Multiple Sklerose Welt MS Tag

Diagnose Multiple Sklerose (MS) einfach erklärt!

19. Mai 2018
Nervenzelle-frauenpowertrotzms

Immer wieder werde ich gefragt, was eigentlich MS heißt und sofort wird die Frage „Ist das Muskelschwund?“ nachgeschoben, ohne dass ich die Möglichkeit habe zu antworten oder Luft zu holen. Anlässlich des Welt-MS-Tag schreibe ich deswegen für Neu-Betroffene und Angehörige diesen Blogbeitrag und erzähle euch ein bisschen davon.

#werbung Freundlicherweise hat mir MyTherapy Dokumentation von Wohlbefinden und Medikamentenerinnerung mit MyTherapy-App für Android und iOS) die Grafiken zur Verfügung gestellt. Das Titelbild zeigt die gesamte Grafik; im Beitrag von MyTherapy zum besseren Verständnis in Segmenten.

 

Was heißt Multiple Sklerose?

 Was bedeutet Multiple Sklerose?

Abgekürzt wird sie mit zwei Buchstaben, MS, und stellt leider das Leben von heute auf morgen auf den Kopf. Aber die MS hat auch eine lateinische Bezeichnung: Enzephalomyelitis disseminata.

Es ist eine neurologische Erkrankung, die das Zentralnervensystem (ZNS) betrifft. Dabei sind Gehirn und Rückenmark betroffen, das als Kommandozentrale für unseren Körper dient. MS ist eine chronisch entzündliche Erkrankung und sie ist leider bis heute unheilbar. Sie ist weder ansteckend, noch vererbbar. Krankheitsherde können im Gehirn, Rückenmark und in den Sehnerven vorkommen. Da sie sich bei jedem Patienten mit anderen Symptome äußert, wird sie auch als Krankheit mit den 1000 Gesichtern bezeichnet.

In unserem Körper haben wir eine Blut-Hirn-Schranke, die das Zentralnervensystem vom Blutgefäßsystem trennt. Sie dient dazu, dass keine schädlichen Stoffe z.B. Bakterien und Viren, in das ZNS eindringen können, denn diese können das Nervengewebe angreifen. Das körpereigene Immunsystem greift somit das Zentrale Nervensystem an. Deswegen spricht man von einer Autoimmunerkrankung.

 

Die Diagnose wird meistens zwischen dem 20. und dem 40. Lebensjahr gestellt, betroffen sind mehr Frauen als Männer. Es gibt erschreckenderweise in den letzten Jahren außerdem sehr viele Kinder und Jugendliche, die daran erkranken.

In Deutschland leben etwa mehr als 200.000 Menschen mit dieser Erkrankung; weltweit circa 2,5 Millionen Menschen. Die Häufigkeit der MS steigt mit der geografischen Entfernung vom Äquator; sie ist also unterschiedlich auf die Erde verteilt. Am höchsten ist die Erkrankungsrate beispielsweise in Mittel- und Nordeuropa, Norden der USA, Kanada und weiteren Ländern.

In den meisten Fällen verläuft die Erkrankung schubförmig. Nach etwa 10 bis 15 Jahren geht der Krankheitsverlauf der MS bei etwa 70 % der Betroffenen in einen chronischen Verlauf über. Etwa bei 5 bis 10 % beginnt er schleichend.

Detaillierte Erklärungen könnt ihr in meinem Buch „Das Gesicht hinter der Diagnose Multiple Sklerose“ nachlesen.

 

 

MyTherapy-frauenpowertrotzms

Was ist ein Schub?

Ein Schub ist die Summe aus einem oder mehreren Entzündungsherden mit entsprechenden Ausfallserscheinungen. Das heißt, entwickeln sich neue oder erneute Krankheitszeichen über Stunden bis Tage, die länger als 48 Stunden anhalten, spricht man von einem Schub. Es sind neue oder bereits schon frühere Herde, sogenannte Plaques, aktiv. Nachweisbar sind diese Herde mit einem MRT.

Verlaufsformen

In den meisten Fällen verläuft die Erkrankung schubförmig. Nach etwa 10 bis 15 Jahren geht der Krankheitsverlauf der MS bei etwa 70 % der Betroffenen in einen chronischen Verlauf über. Etwa bei 5 bis 10 % beginnt er schleichend.

Die Multiple Sklerose verläuft bei etwa 2-5 % mit zu Beginn schneller Verschlechterung und führt somit zu schwereren Behinderungen. Aber die gute Nachricht ist, dass bei Beginn der Krankheit 80-90 % einen schubförmigen Verlauf (RRMS) aufweisen. Und nur etwa 20-40 % gehen nach 10-15 Jahren in den sekundär chronischen Verlauf (SPMS) über. Ein primär progredienter Verlauf (PPMS) trifft auf etwa 5-10 % der MS-Patienten zu. Bei dieser Form beginnt die Krankheit schleichend und ohne Schübe, beziehungsweise man spricht von aufgesetzten Schüben.

 

schubförmig = RRMS: plötzlich auftretende Beschwerden, die sich vollständig oder unvollständig zurückbilden (remittieren)

Sekundär progeredient = SPMS: zunächst schubförmiger Verlauf, später fortschreitend

 

Wie wird die MS verursacht?

Immer noch sind die Ursachen nicht geklärt. Man vermutet mehrere Faktoren und forscht in viele Richtungen.

Eine gute Nachricht: Die MS ist nicht ansteckend. Direkt vererbbar ist die Erkrankung auch nicht, aber es wird eine Prädisposition vermutet. Das heißt, dass Erbfaktoren die Entstehung begünstigen können. Wenn ein Elternteil an MS erkrankt ist, dann ist die Wahrscheinlichkeit gegenüber Nicht-Erkrankten sehr geringfügig höher, dass die Kinder erkranken. Die Forschung ist auf dem Gebiet der Vererbung sehr rege. Ebenso werden die Einflüsse von Umweltfaktoren, Infektionen im Kindesalter, Vitamin D-Mangel und die Ernährung intensiv in Studien untersucht und unter Wissenschaftlern diskutiert. In alle Richtungen werden die Fühler ausgestreckt und irgendwann wird auch die Multiple Sklerose heilbar sein. Davon bin ich überzeugt.

 

MS-Symptome können sein

Sensibilitätsstörungen in Armen und Beinen, Taubheitsgefühle, Lähmungen, Sehstörungen, Gleichgewichts und Koordinationsprobleme, auch kraftloses Laufen oder Muskelsteifigkeit, Fatigue (man ermüdet schnell), Sprechstörungen, Depressionen, Schluckprobleme, und leider noch viele andere.

 

Wie behandelt man eine MS? 

Die Krankheit ist zwar nicht heilbar aber mit modernen Therapieformen und Medikamente lässt sich die MS gut behandeln; in den meisten Fällen. Es gibt aber auch Patienten, die sich bewusst gegen solche Medikamente entscheiden, da auch leichte bis schwere Nebenwirkungen auftreten können.

Was ist eine Basistherapie und was eine Eskalationstherapie?

Die Basistherapie wird für den schubförmigen Verlauf angewendet und ist eine Therapie, die nach einem festgelegtem Plan und über längere Zeit eingenommen (Tabletten) oder gespritzt wird. Beispiele sind Interferone, die jeden Tag oder alle 2/3 Tage unter die Haut oder intramuskulär gespritzt werden z.B. Betaferon, Rebif und Avonex. Als Tabletten gibt es die Fumarsäure. Es sind alle Medikamente zur Immunbehandlung.

Die Eskalationstherapie kommt zum Einsatz, wenn die Basistherapie unzureichend wirksam ist oder ihre Wirksamkeit über die Jahre nachlässt – wenn man von einer hochaktiven Verlaufsform spricht. Zur Eskalationsbehandlung stehen verschiedene Substanzen zu Verfügung, wie beispiels-weise Tysabri, Mitoxantron, Gilenya oder Endoxan. Dabei handelt es sich um verschiedene immunwirksame Substanzen, die den Krankheitsverlauf verlangsamen.

 

Welt-MS-Tag Frauenpower trotz MS

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ich habe euch noch eine Grafik eingefügt, auf der ihr verschiedene Apps sehen könnt, die euch im Alltag unterstützen:

  • MS Kognition trainieren mit der DMSG-App
  • Meditations- und Achtsamkeitsübungen mit der 7Mind-App
  • Dokumentation von Wohlbefinden und Medikamentenerinnerung mit MyTherapy-App (für Android und iOS)
  • Informationen und Videos zu aktuellen Forschungsergebnisse mit der Amsel-App
  • Cleo – mein Favorit, da diese App all das vereint, was die anderen Apps einzeln vermitteln und noch einiges mehr! Ich habe sie euch verlinkt; einfach Cleo antippen!

 

Solltet ihr noch Fragen haben, ich habe euch einiges verlinkt, auch zu meinem Buch. Ansonsten einfach unter dem Blogbeitrag nach unten scrollen und kommentieren. Ich antworte euch!

Herzlichst 

Eure

Caroline Régnard-Mayer

 

 

 

 

 

Fotoquelle: Diese Grafiken wurde mir freundlicherweise von MyTherapy (App für iOS und Android) zur Verfügung gestellt.

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1 Comment

  • Reply Diagnose Multiple Sklerose - nichts war wie vorher! 25. Mai 2018 at 09:55

    […] unter den Füßen weg. Plumps, ich lag schachmatt auf dem Boden der Tatsachen, dass ich nun die neurologische Erkrankung Multiple Sklerose hatte. Es war ein Aschermittwoch und die Jahre danach schob ich regelrecht einen Hals wenn die […]

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