MS-Ratgeber Multiple Sklerose

Neuropathische Schmerzen – das könnt ihr dagegen tun!

18. Juni 2018
Neuropathische Schmerzen-was tun?

Neuropathische Schmerzen quälen mich im wahrsten Sinne des Wortes seit Jahren. Was habe ich nicht schon alles ausprobiert und recherchiert! Heute erkläre ich euch – was man darunter versteht und gebe euch Tipps an die Hand. Aber eins vorweg!

LASS DEINE SCHMERZEN NICHT DIE OBERHAND IN DEINEM LEBEN GEWINNEN! TUE ETWAS DAGEGEN!

Versteht erstmal, was neuropathische Schmerzen bedeuten, welche Tipps ich für euch habe und warum ich heute sage: Ich habe dem Schmerz akzeptiert.

 

Wie entstehen neuropathische Schmerzen?

Neuropathische Schmerzen entstehen durch Schädigungen des Nervensystems. Hier ist das Nervensystem der Schmerzverursacher, anders bei anderen zustande kommenden Schmerzen, bei denen die Nervenbahnen die Schmerzreize übermitteln. Bei den neuropathischen Schmerzen bleibt oft die Nervenschädigung der Nervenfasern im Rückenmark bestehen und hier sollte man handeln, bevor sie die Lebensqualität beeinträchtigen.

was tun bei neuropathische Schmerzen?

Fotoquelle: ©saneej-kallingal-696189-unsplash/yuris-alhumaydy-671913-unsplash

Was hilft nicht und was kann man dennoch tun?

Aus diesem Grund wie ich vorher erläutert habe, helfen die herkömmlichen Schmerzmedikamente nicht zur Therapieanwendung wie z.B. Ibuprofen, Paracetamol etc. Die Symptome dieses Schmerzes treten bei der Multiple Sklerose als Trigeminusneuralgie, ein atackenartiger Gesichtsschmerz auf oder häufig besteht der Schmerz in den Beinen. Der Erkrankte empfindet dies oft als Stechen, Brennen, Ziehen, Kribbeln und plötzlich einschießender Schmerz. Um hier eine gefestigte Diagnose zu erfahren, um eine entsprechende Therapie einzuleiten, unbedingt einen Spezialisten, Neurologen oder eine MS-Ambulanz aufsuchen.

Denn sind diese neuropathischen Schmerzen nicht mit Krankengymnastik und Kühlmaßnahmen in den Griff zu bekommen, hat dies Einfluss auf die Psyche des Betroffenen und nicht selten stellen sich Schlafstörungen, Konzentrationsprobleme und Depressionen ein.

Viele Geplagte sprechen gleichzeitig von Missempfindungen an den betroffenen Stellen, die durch das Fühlen von Druck, Kälte und Wärme vermindert sind. Diese sind oft die ersten Anzeichen, die nach einem nicht vollständig zurückgebildeten Schub entstehen. Sie werden mit Mitteln, wie z.B. Gabapentin oder Carbamazepin behandelt. Auch Antidepressiva wie z.B. Amitriptylin lindern oft diese Missempfindungen.

Handelt es sich aber um eindeutige neuropathische Schmerzen, kommen eine Reihe von Medikamenten zum Einsatz Antiepileptika (z.B. Lyrica, Gabapentin, Carbamazepin), Antidepressiva und Opiate.

Sie setzen aber eine eindeutige Diagnose voraus, die unbedingt in die Hand eines erfahrenen Mediziners gehört. Er wird ein ausführliches Gespräch mit dem Betroffenen führen, um Nervenverletzungen oder -schädigungen, etwa durch einen Unfall auszuschließen und sich die genaue Krankengeschichte anhören, wenn der Patient ihm nicht genauestens bekannt ist. Sinnvoll sei hier erwähnt, dass der Betroffene ein Schmerz-Tagebuch geführt hat, um die Art, Dauer und Intensität der Schmerzen festzuhalten. Eine vollständige neurologische Untersuchung gehört stets dazu. Hier sind von Bedeutung die sensorischen Symptome wie Taubheit, Lähmungserscheinungen und Berührungsschmerzen. Manche Ärzte bestimmen noch die Nervenleitgeschwindigkeit (AEP, SEP, MEP).

Außer der Verordnung von Medikamenten sollten ausprobiert werden: TENS (Reizstromtherapie), Physiotherapie, Lymphdrainage, Massagen, Akupunktur, Kühlung.

 

Meine Erfahrungen mit neuropathische Schmerzen

Mir persönlich half das Medikament Lyrica kaum etwas und da ich nicht als Versuchskaninchen durch Ausprobieren langsamer Steigung der Dosis fungieren wollte, stieg ich um auf das Antidepressiva Amitriptylin um. Ich nahm es abends um Ermüdungserscheinungen am Morgen vorzubeugen und schlief in einem kühlen Schlafzimmer. Im Sommer gehe ich ohne meine cool packs nicht ins Bett. Beim Einschlafen kühle ich meine Beine, um einigermaßen ohne Schmerzen einzuschlafen. Gerade im Sommer wache ich gegen Morgen wegen dieser Schmerzen wieder auf. Weitere Kühlakkus liegen im Gefrierfach bereit. Probieren Sie diese Möglichkeiten der Linderung unbedingt aus. Seit neustem besitze ich eine Kühldecke. Eine tolle Alternative um nachts nicht ständig an den Kühlschrank zu wandern. Durch Druck wird die Decke gekühlt. Den Bestelllink habe ich unter dem Blogbeitrag eingefügt. Ein unschlagbarer Preis und qualitätsmäßig hochwertig, zusammenfaltbar und dadurch überall mit hin zu nehmen. 

Kurze Gänge zur Toilette und die Bewegung der Beine durchs Laufen sind ebenso lindernd, was aber bei einigen Betroffenen den Schlaf stört. Im Winter schlage ich einfach die Bettdecke von meinen Beinen zurück, um die Beine abzukühlen. Oft schlafe ich bei dieser Wohltat wieder ein. Überhaupt muss ich jeden Tag für Bewegung sorgen, besonders nach meinem Mittagsschlaf, denn sonst habe ich die Schmerzen nicht im Griff. Hilfreich sind die krankengymnastischen Übungen an den Geräten und das Ergometer. Ein Ergometer steht auch bei mir zuhause, wobei ich da einen kleinen Spaziergang an der frischen Luft bevorzuge. Menschen, die aber fortgeschrittene Behinderungen haben oder Rollstuhlfahrer sind, können sich solche Geräte problemlos vom Neurologen verschreiben lassen. Meist kommen die Ergometer MOTOmed der Fa. Reck zum Einsatz.

Neuropathische Schmerzen sind so unsichtbar nach außen und innerlich können sie mich an den Rand der Verzweiflung bringen. Ich kann nicht beschreiben, wie oft ich mir nachts überlegt habe in die Notfalldienstzentrale zu fahren. Ziellos bin ich durch die Wohnung gelaufen. Dort in der Ambulanz hätte man mir nicht helfen können, da die herkömmlichen Schmerzarzneimittel nicht wirken. Heulen hätte ich können, aber dann hätte mir ja noch der Kopf geschmerzt! Manchmal habe ich laut mit mir selbst geredet und gebettelt an eine imaginäre Gestalt, dass sie mir doch helfen möge. Diese nächtlichen extremen Anfälle sind seltener geworden, aber von Zeit zu Zeit überraschen sie mich immer noch. Aber leider ist ein Dauerschmerz am Tag, so wie in der Nacht bei mir eingeschlichen und auch vor zwei Jahren die Einnahme von Gabapentin brachte nicht den gewünschten Erfolg. Seit einem Jahr bin ich ohne Medikation. Schlafe nachts mit einer Kühldecke.

 

Ich habe dem Schmerz akzeptiert. Spinnt die? fragt ihr euch jetzt … Nein, ich lernte damit umzugehen und wende die wenigen Dinge, die ich ohne Medikamente tun kann, regelmäßig an. Arzneimittel haben auch Nebenwirkungen – also wären nächste Probleme vorprogrammiert und das möchte ich nicht. Habe mich klar und bewusst dagegen entschieden. Ich habe gelernt den neuropathischen Schmerzen nicht soviel Raum in meinem Leben zu geben und oft gelingt mir diese Einstellung. Ansonsten verkrümle ich mich und mache eine Pause.

Um Tipps und eure Erfahrungen bin ich sehr gespannt und deswegen darf gerne unter dem Beitrag kommentiert werden. Ich bin neugierig!Seid ihr von neuropathischen Schmerzen betroffen und was tut ihr dagegen?

Herzlichst

Eure

Caroline Régnard-Mayer

 

 

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2 Comments

  • Reply elke 19. Juni 2018 at 17:41

    Liebe Caro,

    oh je und mir geht es gut, wenn ich ganz viel Wärme habe. Mir reicht schon meine HWS und LWS und die Migräne.
    Du bist stark und versuche es zu bleiben.

    Ich drücke Dich.
    ❤️Liebe Grüße Elke von Elke.works

    • Reply frauenpowertrotzms 19. Juni 2018 at 19:28

      Liebe Elke,
      das sind aber auch Probleme die Schmerzen verursachen können und man muss aufpassen, was man im Alltag macht.
      Liebe Grüße und pass auf dich auf!
      Caro

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