Bist du auch schon eine Weile mit MS unterwegs und mittlerweile Ü50? Dann schreibe ich diesen Artikel heute genau für dich. Es gibt nämlich einige Themen, die für jemanden, der frisch mit 20 die Diagnose bekommen hat, noch gar keine Rolle spielen – für uns „alte Hasen“ aber umso mehr.
Klingt das jetzt ausgrenzend? Ganz und gar nicht so gemeint! MS im fortgeschrittenen Alter hat einfach ihre eigenen Facetten, und die finde ich mindestens genauso spannend wie die Themen der jüngeren Generation.
Die meisten von uns blicken inzwischen auf ein ganzes Erwachsenenleben mit dieser Krankheit zurück: erwachsene Kinder, vielleicht eine Scheidung hinter sich oder immer noch glücklich verheiratet, diverse Therapien ausprobiert, den Alltag mit Handicap und Hilfsmitteln längst zur Routine gemacht.
Klar, unsere Erkrankung stellt uns alle vor Herausforderungen – jüngere Betroffene eingeschlossen. Für sie gibt’s auf meinem Blog übrigens auch reichlich zu lesen: Schau einfach in den Schlagwörtern auf der Startseite vorbei, ob es zu Themen wie Schwangerschaft oder bestimmten Therapien passende Artikel gibt.
Lebensqualität bekommt einen neuen Stellenwert
Ich beobachte das bei mir selbst und finde es völlig logisch: Mit den Jahren verschieben sich einfach die Prioritäten. Das passiert bei gesunden wie bei kranken Menschen gleichermaßen, egal aus welchem Anlass.
Bei uns Ü50-MSlern rückt die Lebensqualität dabei ziemlich weit nach vorn. Ich möchte trotz allem, was die Krankheit mit sich bringt, glücklich und erfüllt leben. Konkret heißt das: Ich mache bewusst Dinge, die mich glücklich machen – ob Hobby, Zeit mit den Liebsten, eine Reise oder etwas Kreatives. Vielleicht merkst auch du gerade, dass du neue Seiten an dir entdeckst oder dir endlich Herzenswünsche erfüllst, die lange auf der Warteliste standen.
Mein ganz persönlicher Rat: Warte nicht länger! Schnapp dir einen Zettel, notier dir, was du dir wünschst – und dann leg direkt los. Vielleicht mit der nächsten Reisebuchung?
Gesundheitsmanagement – was ich damit meine
Ein Thema, das uns Ältere mit MS besonders beschäftigt, ist der bewusste Umgang mit der eigenen Gesundheit. Welche Symptome lassen sich lindern? Wie bleibe ich körperlich fit? Was tut mir gut? Für mich gehören dazu die richtige Behandlung, ein angepasster Lebensstil und feste Portionen Bewegung und gesunde Ernährung im Alltag.
Unterstützung und Gemeinschaft – für mich ein ganz zentraler Punkt
Nach Austausch und Unterstützung sehnt sich im Grunde jeder Mensch – bei uns älteren MSlern wiegt dieses Bedürfnis aber oft besonders schwer. Ganz ehrlich: Einsamkeit im Alter ist ein reales Thema, gerade wenn Partner oder Kinder fehlen.
Für mich sind Selbsthilfegruppen, Foren auf Online-Portalen oder lokale MS-Verbände echte Anker. Dort trifft man Menschen, die wirklich verstehen, wovon man spricht. Der Austausch von Erfahrungen, das gegenseitige Zuhören, das Weitergeben von Tipps – das brauche ich heute genauso wie am Tag meiner Diagnose.
Selbstverwirklichung – auch das gehört für mich dazu

Stillstand ist nichts für mich, und ich glaube, das geht den meisten so. Auch mit fortgeschrittener MS spüre ich den Wunsch, mich weiterzuentwickeln, meine Träume zu verfolgen und aktiv am Leben teilzuhaben.
Gerade im Alter finde ich es enorm wichtig, sich weiterzubilden – schon allein, um der Einsamkeit vorzubeugen. Ob eine neue Sprache, ein Kurs, eine Fortbildung oder die Suche nach einer altersgerechten Wohnung: Es gibt viele Wege. Besonders wenn die Kinder ausgezogen sind, kann zum Beispiel betreutes Wohnen eine Option sein – du bleibst selbstständig, hast im Ernstfall aber Hilfe in der Nähe.
Auch ein neues Hobby, ehrenamtliches Engagement oder ein Sitz im Behindertenbeirat deiner Stadt können bereichern. Meine Ideen müssen nicht deine sein – aber eigene Interessen neu zu entdecken, macht wirklich Freude. Die Hauptsache ist: Bleib aktiv!
Informiert bleiben – auch im fortgeschrittenen Alter
Zum Thema Forschung, Therapien und Medikamente vertrete ich eine klare Meinung: Informiert sein ist Pflicht, für jeden Patienten! Verstehe deine Erkrankung, bleib up to date, such dir einen kompetenten, empathischen Neurologen und hinterfrage, was in deinem Körper vorgeht. Lies Fachtexte, wenn dir das liegt, lass dir Unklarheiten von deinem Arzt erklären – und rede bei deiner Therapie aktiv mit.
Das gilt keineswegs nur für uns Ältere. Willst du über neue Forschungsergebnisse, Behandlungsansätze und bewährte Strategien auf dem Laufenden bleiben? Dann nutze seriöse Quellen und besuche Veranstaltungen oder Webinare, zum Beispiel von der DMSG oder der Amsel. Es gibt im Netz sicher weitere Anlaufstellen, aber viele davon sind kommerziell geprägt – aus Gründen des Heilmittelwerbegesetzes spreche ich hier bewusst keine Empfehlung aus. Du wirst fündig werden.
Mein Fazit dazu: Wissen ist und bleibt Macht.
Weitere Themen auf meinem Blog
Ernährung, Hilfsmittel, Bewegung, Sport – es gibt noch jede Menge Stoff, mit dem du dich beschäftigen kannst, und dazu findest du auf meinem Blog zahlreiche Beiträge. Ernährung liegt mir besonders am Herzen, das kennst du vielleicht schon aus meinen Kochbüchern oder Rezepten. Hilfsmittel begleiten mich mittlerweile seit vielen Jahren – ich habe sie längst als Teil meines Alltags akzeptiert. Und Bewegung sowie Entspannung gehören für mich einfach dazu. Über die Kategorien und Schlagwörter findest du schnell, wonach du suchst.
Jetzt bin ich aber neugierig: Wie siehst du das mit dem heutigen Thema?
MS im fortgeschrittenen Alter – ähnlich und doch anders als in jungen Jahren
Wie du siehst, gibt es einiges, das uns als ältere Menschen mit MS bewegt: von der Lebensqualität über das Gesundheitsmanagement bis zu Gemeinschaft und Selbstverwirklichung. All diese Perspektiven können sich positiv auf dein Leben auswirken.
Vergiss nie: Du bist nicht allein. Es gibt Rückhalt von außen, aus der Familie, ebenso wie Institutionen und Möglichkeiten zur Teilhabe, die dich auf deinem Weg unterstützen.
Bleib neugierig, bleib offen für Neues. Und mach dir bewusst: Du bist so viel mehr als deine Diagnose. Du bist du – mit deiner Geschichte, deinen Träumen, deinem Weg. Lass nicht zu, dass MS die Regie über dein Leben übernimmt.
Bleib stark, bleib positiv, bleib ganz du selbst!
Deine

KI modifiziert





8 Kommentare
Schönen guten Morgen! Geboren 1967, jetzt eben auch schon 59. Herde im Schädel aus der Kindheit. 1997 Schluckbeschwerden – sehr selten als erster Schub diagnostiziert (erst 2005 erfahren, durch meine damalige Ärztin, Prof. Maida) … Diagnose CIS 2002, nachdem sich während meiner Mountainbike-Tour in Slowenien meine li OE samt linker Schädelhälfte taub und so schwer anfühlte. 2004 MS mitsamt dem ganzen Hausrat eingezogen – Kost und Logie frei. Hilft auch nicht im Alltag, sondern sorgt sehr oft für Chaos, das ich hinterher aufräumen darf 😂 Zuvor schon immer gesund ernährt und Sport gemacht. Mit 59 nun, ist vieles gewohnt und doch kommt immer etwas Neues hinzu. Das muss dann irgendwie sortiert werden und dementsprechend in den Alltag integriert werden. Phew. Manchmal schwierig, aber es gelingt ganz gut. Bloß diese allmorgendliche Steifheit und Muskel-Auas, machen es – ja, oft 💩. T’schuldigung 😂! Dann muss man einen passenden “Gegenspieler“ finden – Lioresal, Sativex, Magnesium – ALA, Ubiquinol, usw – doch die Dosis macht es ja bekanntlich … Sport muss auch sein … Aber auch den Haushalt meistern, kochen, 17-jährigen Sohn unterstützen, bilden und unterstützen.
Doch: Ich war zuerst da!
Liabi Griaß aus Bad Goisern am Hallstättersee! Susanne
Guten Morgen Susanne,
du hast so einen empathischen Schreibstil , dass ich schmunzeln musste. Eine Aufheiterung an einem Montagmorgen, wo eh alles bäh ist. Zumindest bin ich wie eine 80 jährige Frau aus dem Bett gekrochen 🤭
Ganz schön früh die ersten Symptome aber damals wurde MS schwer diagnostiziert. Hatte auch Probleme, bin zwei Jahre älter als du, in sehr jungen Jahre erste Anzeichen. Da schob man alles auf meine Migräne.
Nun gut, machen wir weiter und leben nicht in der Vergangenheit aber es gibt schon die schlechten Tage, da verzweifelt man etwas. Ich mache noch eine Therapie, nachdem mir die dritte Coronaimpfung kurzfristig mal den Stecker zog.
Also nochmals danke für deine Worte an diesem doch trüben Montag.
Liebe Grüße Caro ☀️🌈
Liabi Caro, danke für Deine liebe Antwort! Es ist natürlich nicht leicht. Aber Gott seis gedankt, nicht nur für uns MSler. So ist es eine Freude, wenn man betroffene kennenlernt, die normalerweise sehr in sich gekehrt sind und a wengal hadern und sich im Gespräch als ebenfalls lebendig, forsch und mit einer gesunden Portion Humor ausgestattet sind. Das lässt gedanklich Berge versetzen und ist sehr motivierend! Ich denke, dass Einsamkeit ein großes Thema von MS-Erkrankten ist. Ich selbst allerdings, bin in keiner Selbsthilfegruppe, da es mich manchmal traurig stimmt und mir das nicht guttut. Und dann denke ich mir oft – damn, warum geht da nix weida. Du hast welche Therapie?
In einen Blog schreibe zum allerersten Mal.
Das aber auch nur, weil Du mir auf Anhieb sympathisch bist und nicht so viel an unnötigem “Bladibla“ zu lesen ist!
Jetzt bin i dabei und es g‘freit mi sehr!
Bis bald wieder und alles Liebe! Susanne ❤️
Ich leite eine Selbsthilfegruppe, aber das ist tatsächlich nicht für jeden etwas, denn manchmal sehe ich das Fortschreiten anderer Mitglieder und das macht mich traurig und ich bete innerlich, dass meine MS nicht so voranschreiten wird. Ich spritze einmal im Monat Ofatumumab und zwar schon über 4 Jahre.
Danke , dass du kommentiert hast. Freue mich über jeden Kommentar und Austausch.
Liebe Grüße
Ich bin 67 Jahre alt und stamme ursprünglich aus der Südpfalz (Annweiler am Trifels. Habe dann seit 2006 in Bayern gelebt und wohne nun seit 3 Jahren in Südthüringen. Meine Diagnose MS ist noch recht frisch .Diagnostiziert im Mai diesen Jahres und zwar LOHMS. Aufgeben ist für mich keine Option. Freue mich immer über Neue Beiträge. LG Karin
Liebe Karin,
schön dass du hier schreibst. Ich wohne ja in Landau 😉 wir werden nicht aufgeben!
Herzliche Grüße Caro
Danke liebe Caro,
du sprichst mir aus der Seele. Jetzt, mit Ü50, nehme ich Symptome anders war und tatsächlich fällt es mir mittlerweile leichter Hilfe anzunehmen. Das war aber ein langer Prozess. Ich verbalisiere auch häufiger meine Bedürfnisse und Bedenken vor geplanten Aktivitäten. Und genau das, macht vieles leichter. Ich bin nicht meine MS, ich bin ich, mit MS.
Danke für deine Sichtweise. Ich sehe es wie du, Hilfe annehmen und auf andere Dinge als früher den Fokus zu legen, das passt und macht mich froh.