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Ernährungsformen

    Ernährung mit MS Ernährungsformen

    Ernährungsformen bei Multiple Sklerose – diese gibt es!

    10. Februar 2019
    Ernährung bei MS

    Verschiedene Ernährungsformen bei MS – einige stelle ich euch heute vor

    Trotz „gesunder“ Ernährung kann man die MS nicht heilen! Aber sie kann den Krankheitsverlauf günstig beeinflussen.

    Mittlerweile habe ich fast den Überblick verloren. Wie geht es dir damit? … Wie mir? Na dann sind wir schon zu zweit, also habe ich die meist angewandten Ernährungsformen bei Multiple Sklerose für uns sortiert. Ich weise an dieser Stelle nochmals ausdrücklich darauf hin, dass ich weder eine Ernährungsberaterin noch eine Wissenschaftlerin bin. Meine Hinweise und Informationen habe ich in all den Jahren mit der MS recherchiert oder selbst ausprobiert.

     

    Mein Versuch ketogen zu essen

    Anfang Januar 2019 probierte ich zwei Wochen die ketogene Ernährung aus. Es ist keine so billige Form der Ernährung und es scheiterte an drei Dingen: Geldbeutel, doppeltes Einkaufen/Kochen. Mein 19-jähriger Sohn isst sehr fleischlastig, ich wiederum ernähre mich fast fleischlos; einmal die Woche kommt Fisch auf den Teller. Bei der ketogenen Ernährung stört mich, dass in vielen Rezepten Fleisch, Wurst und/oder Eier beschrieben sind. Letzteres ein No-Go für mich, da das Eigelb die entzündungsfördernde Arachidonsäure enthält. Wurst esse ich seit fast zehn Jahren nicht mehr. 

    Wie ich wieder esse

    Seit ein paar Monaten ersetzte ich die Milchprodukte durch pflanzliche Milchsorten z.B. Mandel-, Reis- und Hafermilch (Kaffee mit Hafermilch mein Favorit). Käse bevorzuge ich aus Ziegen- und Schafsmilch. Jeden Tag nehme ich seit Jahren 1-2 EL Leinöl zu mir. Ich fühle mich wohl mit dieser Ernährungsform. In folgenden Artikeln könnt ihr nachlesen, was ich für mich seit Diagnose 2004 bis 2009 entschieden habe, denn ich hatte damals eine hochaktive MS:

    Meine MS wandelte sich in eine gemäßigtere Form um. Es war 5 vor 12, so beschrieb mein damaliger Neurologe meine Verlaufsform und deswegen stellte ich meine Ernährung um. Seit über zwölf Jahren ernähre ich mich teils antientzündlich und fast vegetarisch. Achte sehr auf saisonale und regionale Produkte beim Einkaufen. Mittlerweile bin ich im sekundär progredienten Verlauf, aber das wäre ich sicher auch ohne Ernährungsumstellung, vielleicht schon viel früher. Die Frage kann einem niemand beantworten. Doch ich bin fest davon überzeugt, dass meine Ernährungsform die MS in Schach hält. Außerdem fühle ich mich damit wohl und erhöht somit meine Lebensqualität.

     

    Die Krankheit Multiple Sklerose

    Die Multiple Sklersoe (MS) ist eine Auoimmnunerkrankung, die bis heute unheilbar ist. Es ist eine neurologische Erkrankung, die das Zentralnervensystem (ZNS) betrifft. Dabei sind Gehirn und Rückenmark betroffen, die als Kommandozentrale für unseren Körper dient. MS ist eine chronisch entzündliche Erkrankung. Sie ist weder ansteckend, noch vererbbar. Krankheitsherde können im Gehirn, Rückenmark und in den Sehnerven vorkommen. Da sie sich bei jedem Patienten mit anderen Symptomen äußert, wird sie auch als Krankheit mit den 1000 Gesichtern bezeichnet. Im Artikel „Diagnose Multiple Sklerose einfach erklärt!“ könnt ihr noch weitere Informationen von mir bekommen. Fakt ist, dass der Krankheitsverlauf durch die Ernährung positiv beeinflusst werden kann. Darüber gibt es zig Studien und Berichte im Netz. Besonders hier auf der Amsel-Webseite erhält ihr viele Infos darüber. Der Chatverlauf mit Frau Dr. Lichtenstein finde ich sehr interessant. Sie hat mir ebenfalls einen Beitrag Ernährung bei MS: Was sagt eine Diplom-Ökotrophologin?“ für mein zweites Kochbuch geschrieben. 

    In den letzten Jahren rückte die Frage eines Zusammenhangs von Ernährung bei MS immer mehr in den Fokus der Wissenschaftler, doch auch die Unsicherheit von Betroffenen wuchs somit. Wer blickt denn bei all diesen berichten noch durch? Ich bin ehrlich, so langsam überfordert mich das Thema und bin nach den zwei Wochen ketogene Ernährung zurückgekehrt zu „meiner“ Ernährungsform. Sie hat sich in all den Jahren bewährt und wird auch von Ärzten und Wissenschaftler befürwortet. Einen sehr interessanten Artikel steht heute im Newsletter der DMSG: Prof. Dr. med. Andreas Michalsen stellt sich der Frage: Lässt sich die Multiple Sklerose durch Ernährung positiv beeinflussen?

     

    Eine kleine Übersicht gebe ich euch heute, erkläre ein paar Ernährungsformen bei MS und was man beachten sollte:

    Ketogene Ernährung

    Die ketogene Ernährungsform ist eine spezielle Form der kohlenhydratarmen doch fettreichen Ernährung (Low Carb High Fat). Es werden spezielle Moleküle gebildet, die Ketonkörper oder Ketone. Diese Form der Ernährung kann sehr unterstützend bei Autoimmunerkrankungen, Diabetes, Schuppenflechte, Stoffwechselerkrankungen und Bluthochdruck sein. Denn hier spielen Entzündungen in den Zellen eine große Rolle, die durch die ketogene Ernährung reduziert/vorgebeugt wird und die Zellen werden dadurch geschont. Um es auf den Punkt zu bringen, diese Ernährungsform ist:

    • kohlenhydratarm
    • minimiert die Insulinausschüttung/Blutzuckerspiegel langfristig gesenkt
    • erhöhte Fettverbrennung
    • Leber produziert die Ketonkörper aus Fettsäuren
    • beste Versorgung des Gehirns und Körpers durch Ketonkörper als Energielieferant
    • niedriger Insiulinspiegel führt zur Verbrennung aus den Fettreserven

    Die Ketonkörper werden vermehrt ausgeschüttet, wenn die Zufuhr von Kohlenhydraten (Zucker) ausbleiben, nur eine moderate Proteinzufuhr und sie dadurch ihre Energiegewinnung aus Fett erhalten. Sie beliefern damit den gesamten Körper inklusive des Gehirns. Gerade unser Gehirn benötigt viel Energie aus Ketonkörper oder Blutzucker. Bei der ketogenen Ernährung wechselt der Körper dann auf Fett als Treibstoff statt Insulin. Deswegen nehmen viele Menschen auch ab. Die Ketose ist der Stoffwechselzustand, bei dem im Blut eine erhöhte Menge an Ketonkörpern vorhanden ist. Daher kommt auch der Name dieser Ernährungsform. Ob und wie hoch die Ketone sind, kann man bequem von zuhause mit einem Urintest durchführen. Es werden Teststreifen kurz in den Urin getunkt und anhand einer Farbskala den Wert abgelesen. Außerdem gibt es zur Bestimmung noch ein Atemtest und ein Blutketonmessgerät.  

    Bei der ketogenen Ernährung sollten am Tag maximal 40 g Kohlenhydraten (KH) gegessen werden. Das bedeutet, dass 5 % der Kalorien in Form von KH, 15-25 % Eiweiß (EW) und der Rest Fette sind. Somit ist man in ständiger Ketose. Weitere Infos und Studienergebnisse mit einer geringen Anzahl an MS-Patienten, doch höchst interessanten Ergebnissen, findet ihr hier.

    Wer streng sich danach ernährt, erreicht bald den Zustand der Ketose. Der schnellste Weg der Ketose zu erreichen, ist das Fasten. Als Einstieg kann ich euch wärmstens ein Büchlein von Dr. Markus BockZuckerfasten! Das Rezeptbuch“ empfehlen. Er erklärt sehr anschaulich die ketogene Ernährung. Sie ist geeignet auch mit MS. Im Büchlein findet ihr die Vorbereitung auf die ketogene Ernährung, viele Rezepte mit Vorschläge für einen ganzen Tag inkl. Fett, Protein und Kohlenhydratangaben, Zwischenmahlzeiten, vegetarische und vegane Rezepte und Fastentage.

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    Antientzündliche Ernährungsform nach Dr. Hebener

    Es handelt sich hier um eine linolsäurereduzierte Kost. Im MS-Therapiezentrum in Hohen-Sülzen wird eine komplexe Ernährungs- und Stoffwechseltherapie, die sogen. Antienzündungstherapie nach Dr. med. Olaf Hebener praktiziert. Diese Form der Ernährung nimmt Einfluss auf das Entzündungsgeschehen der MS und zwar bei allen Verläufen. Über 4.000 Patienten aus allen Teilen Europas profitieren bisher von dieser sanften und nebenwirkungsfreien Therapie. Was passiert bei dieser Form der Ernährung?

    Das weiß man …

    Das Fettsäurespektrum in der Nahrung wird gesteuert und speziell dosierte antientzündliche und antioxidativ wirkende natürliche Substanzen zugeführt. In ca. 80 % der Fälle konnte Dr. Hebener mit seiner Ernährungstherapie einen positiven Einfluss auf das Fortschreiten der Erkrankung bis hin zum Stillstand, erzielen. Neben immunologische Störungen beherrschen auch Entzündungsreaktionen die MS. Klinisches Erscheinigsbild ist eine Beschädigung der Markscheiden um die Nervenfasern. Als Voraussetzung der Zerstörung weiß man von der Durchlässigjkeit der Blut-Hirn-Schranke. Das bedeutet, dass kleinste Blutgefäße im Gehirn und Rückenmark so durchlässig werden, dass sie ihre natürliche Schutzfunktion verlieren und einen Kontakt zwischen den „Selbstantigenen“ der Markscheide und dem Immunsystem ermöglichen. Der entzündliche Zusammenbruch intakter Blutgefäße vollzieht sich nach Gesetzmäßigkeiten, die denen des rheumatischen Formenkreises vergleichbar sind.

    Das ist seine Idee …

    Dieses Wissen nutzte der Arzt um eine Therapie zu entwickeln, die

    • Entzündungsreaktionen im Körper minimiert
    • den Zusammenbruch der Blut-Hirn-Schranke verhindert
    • die nachfolgende Schädigung von myelinisierten Nervenfasern verhindert

    Außerdem weiß man, dass MS-Patienten niedrige Konzentrationen ungesättigter Fettsäuren im Blut und Liquor (Rückenmarksflüssigkeit) aufweisen, im besonderen an Linol- und Arachidonsäure.  Daraus schloss Dr. Hebener, und wissen natürlich auch viele andere Wissenschaftler, dass der Entzündungsvorgang im Körper große Mengen dieser Fettsäuren verbraucht. Er machte sich dieses Wissen zu nutzen und entwickelte seine antientzündliche Ernährungsform bei MS.

    Wir nehmen diese Fettsäuren jeden Tag mit der Nahrung auf. Die Arachidonsäure ist ein Syntheseprodukt der Linolsäure. Auch im Körper eines Menschen entsteht die Arachidonsäure, die bei Entzündungsreaktionen aus den Zellwänden freigesetzt wird. Die daraus entstehende stark entzündungsfördernde Botenstoffe nennt man Prostaglandine, Thromboxane und Leukotriene. Es sind sogenannte Entzündungsvermittler. 

    So setzt er sein Wissen um …

    Um den Nährboden der Entzündungsvermittler zu entziehen, entwickelte Dr. Hebener eine komplexe Ernährungs- und Stoffwechseltherapie. Sie basiert auf:

    • einer linolsäurereduzierten Diät
    • Beigabe verschiedener natürlicher Nahrungsergänzungen
    In der Regel wird der Verlauf der MS positiv beeinflusst, sollte aber unter ärztlicher Begleitung durchgeführt werden. Was wohl jedem von uns einleuchtet, denn gerade zu Beginn ist man doch sehr unerfahren, was linolsäurereduzierte Lebensmittel angeht, ebenso was die Nahrungsergänzungen angeht. Nur ein Arzt kann auf eine akute Verschlechterung gezielt reagieren und behandeln.
    Nach den Erfahrungen von Dr. Hebener dauert die Nahrungsumstellung für den Körper ca. 3-6 Monate. Nach einem Erstgespräch und genauen Erstellung des Lebensmittelplans, erfolgt in den meisten Fällen eine Überprüfung der Antientzündungstherapie nach einem Jahr. Nähere Informationen findet ihr hier.

    Ich selbst entnähre mich seit über zehn Jahren ähnlich dieser Therapie und werde, um weitere Stabilität und evtl. keine Progression im Verlauf zu erreichen, mich demnächst im Therapiezentrum von Dr. Hebener beraten lassen. Wer bereits diese Art der Ernährung bei MS im Alltag integriert hat, darf gerne unten dem Beitrag seine Erfahrungen mit uns teilen. Das gilt für alle anderen hier vorgestellten Diäten oder ihr stellt im Kommentarfeld eure Formen der Ernährung vor.

     

    Paleo-Diät

    Man nennt sie auch die Steinzeit-Diät. Sie hat ihren Ursprung in Amerika, doch die Grundlagen entstammen aus der Steinzeit vor ca. 200.000 Jahren, als die Menschen noch Jäger und Sammler waren. Die Paleo-Diät orientiert sich an unsere Vorhaben, was sie aßen und wie sie lebten.

    Deswegen stehen im Zentrum der Paleo-Ernährung:

    • natürliche und unbehandelte Lebensmittel wie gesundes Fleisch (Bioqualität)
    • Fisch und Meeresfrüchte
    • frisches Obst mit wenig Fructose (vorallem Bananen, Datteln, Beeren, Ananas, Melonen, Avocados)
    • sehr viel Gemüse
    • Eier
    • gesunde unraffinierte Öle z.B. Oliven-, Walnuss-, Kokosöl
    • unbehandelte Nüsse und Samen
    • gesunde Fette

    Was nicht gegessen werden sollte, sind:

    • behandelte und verarbeitete Lebensmittel
    • raffinierter Zucker, Süßigkeiten
    • Fertiggerichte
    • Milchprodukte
    • Getreide
    • Hülsenfrüchte
    • Transfette z.B. Raps- und Sonnenblumenöl (Transfette sind ungesättigte Fettsäuren. Sie entstehen beim Härten von Pflanzenöl und der Erhitzung von Fett auf über 200 Grad, wie es beispielsweise beim Braten und Frittieren der Fall ist.)
    • Getreideerzeugnisse wie Mehl und Brot

    Wissenschaftler konnten in Studien belegen, dass eine Paleo-Diät degenerative Erkrankungen wie beispielsweise Krebs, Diabetes, Multiple Sklerose, Parkinson und Herzkrankheiten positiv beeinflussen. An dieser Stelle dachte ich echt: „Wer hat denn da noch den Durchblick?“ Der eine empfiehlt das, der andere das. Aber ehrlich – hört auf euer Bauchgefühl! Nun weiter mit der Paleo-Diät. 

    Paleo ist keine herkömmliche Diät, sondern eine bewusste, durchdachte, gesunde Art der Ernährung, die auf mittel- bis langfristige Ziele ausgelegt ist. Sie verspricht Fitness, mehr Energie, verbessert die Gesundheit und hilft bei der Gewichtreduzierung. Auch bei dieser Art der Ernährungsform wird der Stoffwechsel auf die Energiegewinnung aus vorhandenen Energiereserven, wie das Körperfett umgestellt und man kann abnehmen (gemessen an die Kalorienzufuhr, denn auch Leistungssportler ernähren sich Paleo und nehmen nicht ab). Voraussetzung für den effektiven Paleo-Lebensstil ist es außerdem, sich mit der Herkunft und Verarbeitung von Nahrung und dem selbständigen Zubereiten derselben auseinanderzusetzen. Selbst kochen und bewusst einkaufen zu gehen, ist hier das Motto.

    Viel habe ich über diese Ernährungsform bei Multiple Sklerose gelesen und das Internet ist voll mit Informationen. An allen Stellen wird folgendes beschrieben: in den meisten Fällen kommt das Immunsystem zur Ruhe, Entzündungsprozesse werden reduziert und somit klingen auch Symptome ab. Studien habe ich keine gefunden, aber vielleicht bin ich von all den Informationen auch erschlagen worden. Immer wieder treffe ich aber auf folgende Bücher, die empfohlen werden: Paleo für EinsteigerPaleo-Steinzeit Diät und Paleo – Das Kochbuch: Iss dich gesund! Nun folgt die nächste Vorstellung einer Ernährungsform bei Multiple Sklerose. Ich hoffe, ihr seid noch dabei!? Solltet ihr eine Studie finden, dann her damit!

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    Ernährung beim Coimbra-Protokoll

    Was diese Therapie bei MS und die Ernährung betrifft, darüber hatte ich einen Gastbeitrag. Hier könnt ihr detailliert alles nachlesen. Denn ich lehne für mich diese Art der Vitamin-D-Behandlung ab, ebenso die damit verbundene Nahrungsaufnahme. Warum? Ich fühle mich durch meine MS bereits sehr eingeschränkt und bin auch nicht der Typ Mensch konsequent mich an eine Liste von Lebensmitteln zu halten, bestimmte Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen und dieses Protokoll sprengt schlichtweg mein monatliches finanzielles Budget. Gesundheit und Ernährung haben einen hohen Stellenwert für mich, aber ich ernähre mich antientzündlich. In aller Munde ist folgendes Buch und jeder dritte gefühlt in meinem Bekanntenkreis hat es gekauft: „Multiple Sklerose und (sehr viel) Vitamin D“ .

    Marit schreibt in ihrem Gastbeitrag: Vitamin D3 macht den größten Teil des Erfolges des Coimbraprotokolls aus. Dies zu unterstützen werden außerdem Magnesium und Vitamin B2 empfohlen. Weitere Nahrungsergänzungsmittel können nach Absprache mit dem zertifizierten Protokollarzt genommen werden.

    Dringend begleitet wird die Wirkstoffeinnahme durch

    • eine tägliche Trinkmenge von mind. 2,5 Litern Flüssigkeit
    • eine calciumarme Ernährung (bspw. keine Milchprodukte, Nüsse/Samen stark einschränken)

    Zu zwei Nebenwirkungen kann es kommen, wenn man langfristig hohe Vitamin D Dosen nimmt und die calciumarme Ernährung nicht einhält, kommen:

    • 1. Hypercalcämie – kurzfristiger Überschuss an Calcium im Blut und in den Nieren
    • 2. gesteigerter Knochendichteverlust – langfristig durch das Absenken des PTH-Spiegels. Also immer auf eine calciumarme Diät und regelmäßiges Trinken achten. Auch bei dieser Therapie und der dazugehörigen Ernährungsempfehlung ist viel geschrieben worden. Hier eine Empfehlung zum nachlesen.

    Das Internet ist voll mit Informationen über das Coimbra-Protokoll, doch ihr solltet bei dieser Art der Therapie und Ernährungsform bei MS euch nur von einem Protokollarzt begleiten lassen. Ebenso gibt es auf Facebook einige gute Gruppen, die sich über ihre Erfahrungen austauschen.

     

    Intermittierendes Fasten

    Keine übliche Ernährungsform bei Multiple Sklerose, aber von vielen Betroffenen angewendet. Deswegen liste ich sie hier auf. Man könnte diese Art der Ernährung kurz und bündig zusammenfassen: 6 Stunden essen, 18 Stunden nicht. Sie wird deswegen auch als Intervallfasten bezeichnet. Man sucht sich einen Zeitraum am Tag aus, in dem man drei Mahlzeiten isst. Natürlich sollten hier auch gesunde ausgewogene Lebensmittel im Vordergrund stehen, wie bei einer ketogenen oder antientzündlichen Form oder wie auch immer ihr euch bewusst ernährt. Das intermittierende Fasten ist nicht nur ideal um das Körpergewicht zu senken, sondern es hat einen positiven Einfluss auf den Blutdruck und den Insulinspiegel. Letzteres kann des Risiko an Diabetes zu erkranken, minimieren. Ebenso eine Herzkrankheit und die meisten fühlen sich fitter.

    Dieses Fasten stammt aus einer Zeit unserer Urahnen, wo nicht alle Nahrungsmittel zur Verfügung standen und auch nicht immer gegessen wurde, da schlichtweg keine Lebensmittel zur Verfügung standen. Es macht dadurch den Körper widerstandsfähiger und entlastete den Organismus, was schwer vorstellbar heutzutage ist, aber deswegen macht man diese intermittierende Fasten. Mittlerweile gibt es zahlreiche Studien darüber.

    Es gibt zwei Basis-Varianten des intermittierenden Fasten, die wiederum zahlreiche Variationen ermöglichen:

    • Ein Fastentag in der Woche

    Oft wird beschrieben, dass man 2 Tage nach Belieben essen kann und 1 Tag nichts essen, aber viel Flüssigkeit in Form von Wasser, ungesüßten Tees und Brühe zu sich nehmen. In diesem Rhythmus fastet man so lange bis man sein Ziel erreicht hat. Viele legen dann nur noch in größeren Abständen Fastentage ein um den Gesundheitszustand oder das Gewicht zu halten. 

    • Tägliches Fasten

    Hier gibt es die Variante jeden Tag 16, 18 oder auch 20 Stunden zu fasten. Man darf während 8, 6 oder 4 Stunden essen, sollte aber nur zwei Mahlzeiten zu sich nehmen, also nicht permanent und auch hier auf ausgewogene gesunde Produkte achten. Kein Zucker oder isolierte Kohlenhydrate wie bspw. Weißmehl, geschälter Reis, sollte man meiden. Die restliche Zeit dürfen Wasser und nicht gesüßte Tees zu sich genommen werden. Gerade durch das intermittierende Fasten und die Ernährung ohne isolierte Kohlenhydrate, lernt der Organismus jedoch wieder, seinen Blutzuckerspiegel zu regulieren, so dass auch mehrere Stunden ohne Nahrung ohne jegliches Magenknurren oder Schwächegefühl überstanden werden können.

     

    Ernährungsform nach Frau Dr. Terry Wahls

    Frau Dr. Wahls, Ärztin und Wissenschaftlerin, selbst an Multiple Sklerose erkrankt, beschäftigte sich mit zahlreichen Studien. Denn die MS brachte sie in den Rollstuhl, doch binnen eines Jahres brauchte sie ihn nicht mehr. Denn Frau Wahls entwickelte ein Ernährungskonzept auf der Basis der Paleodiät, das einen positiven Effekt brachte. Ausführlich berichtet sie darüber in ihrem Buch The Wahls Protocol: How I Beat Progressive MS Using Paleo Principles and Functional Medicine“, leider nur in englischer Sprache zu kaufen gibt. 

    Das gesamte Konzept stützt sich auf das optimale Funktionieren der Mitochondrien (ein Bereich der Zelle, der eine bestimmte Funktion zugeordnet ist) und der Neurotransmittern (Botenstoffe, die an chemischen Synapsen die Erregung von einer Nervenzelle auf andere Zellen übertragen). Reichlich vorhanden sind Vitalstoffe und zwar täglich je ein Teller voll:

    • Grünes Gemüse wie Grünkohl, Spinat, Petersilie, sonstige Blattgemüse da reich an Vitamine A, B, C, K und Mineralstoffe
    • Schwefelreiche Gemüse wie Weisskohl (andere Kohlarten), Zwiebeln, Pilze, Spargeln
    • Bunte Gemüse und Obst als Quelle für Antioxidantien. Laut Wahls sind das die mit leuchtenden Farben wie Beeren, Orangen, Trauben, Karotten
    • Omega-3-Fettsäuren wie wild gefangener Fisch (fettreicher Fisch) wie Lachs, Makrele, Hering oder Sardinen
    • Weidefleisch (Bioqualität/Grasfütterung) und Innereien (Leber, Herz, Niere)
    • Algen und Seegräser, da reichlich an Eisen, Calcium, Jod, Selen
    • Verzicht auf verarbeitete und behandelte Lebensmittel wie Getreide und stärkehaltige Lebensmittel wie Kartoffeln und Mais

    Auch diese Ernährungsform mit MS hat viele Anhänger und am besten man beginnt zuerst das Buch zu lesen um aus erster Quelle von Frau Dr. Wahls selbst zu erfahren, was es bei dieser Ernährungsform zu beachten gibt.

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    Was für mich gilt, gilt nicht für euch und umgekehrt

    Als erstes sollte man sich über die °Ernährungsformen bei Multiple Sklerose° ausführlich informieren und dann entscheiden was in den Alltag und der Familie gut zu integrieren ist. Außerdem muss es finanziell erschwinglich sein und schmecken! Nichts ist so zum scheitern verurteilt, wenn man sich, so wie ich bei der ketogenen Ernährung, überwinden muss. Bleibt euch treu und habt Geduld. Auch Rom ist nicht an einem Tag erbaut worden. Eure MS wird euch dankbar sein, wenn ihr stressfrei an die Sache heran geht. Ärzte, Ernährungsberater und Heilpraktiker können euch unterstützen. Ansonsten lest über diese Thematik. Eventuell informiert euch in Gruppen, wie Ernährungsgruppen bei Facebook. Entscheidet für euch – was sich richtig anfühlt. Das betone ich extra, weil sich viele verunsichern lassen. Bitte nicht!

     

    Ich habe meinen Weg gefunden, zumindest die Richtung, hier und da feile ich noch etwas. Die Antientzündliche Ernährung ist das richtig für mich, wobei ich mich nicht streng nach Dr. Hebener ernähre, da ich nie bei ihm war. Doch es gibt genügend Menschen in meinem Umfeld, mit denen ich mich austausche und jeder von uns setzt ein Baustein. Gestern kaufte ich mir das wertvolle MCT-Öl (linolsäurefrei, pflanzlich, aus Kokos- und Palmkernöl, mittelkettige Fettsäuren) das mir jemand empfohlen hat, der bei Dr. Hebener in Behandlung ist.

    Keine Citrusfrüchte und viel Fleisch und Eier, wie bei der ketogenen Ernährung ist definitiv nichts für mich. Ebenso die Paleo-Diät bei der keine Kartoffeln und Reis erlaubt sind, und vieles mehr. Ich mag Naturjoghurt und Quark, was wiederum bei der Paleo auch nicht gegessen werden darf, aber bei der ketogenen. Also Leute, wenn ihr mich fragt!? Informiert euch und entscheidet dann – aber vergisst das Leben dabei nicht. Lebensqualität kann nicht nur durch die richtige Ernährung erreicht werden, zwar spielt sie eine große Rolle, aber immer schön am Boden bleiben und nun ran an die Tasten und verratet mir eure Ernährungsformen bei Multiple Sklerose!

     

    Herzlichst

    Eure 

    Logo vom Blog Frauenpower trotz MS

     

     

     

     

    Fotos von pixabay.com

     

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