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Sport mit MS – Tauchlehrerin Nicole mit Spezialisierung für Adaptives Tauchen

26. März 2026
Tauchen mit der Erkrankung MS - neu auf Caros Blog

Tauchen mit MS — Vielleicht auf den ersten Blick ein außergewöhnlicher Sport bei MS (Multiple Sklerose), aber umso spannender. Heute habe ich eine Tauchlehrerin zu Gast!

Nicole Kraß (55) öffnet Menschen mit Behinderung die Türen in die Unterwasserwelt. Die Tauchlehrerin mit Spezialisierung für Adaptives Tauchen hat zwei erwachsene Kinder, lebt in Ingolstadt und lässt sich von ihrer eigenen MS-Erkrankung nicht aufhalten, im Gegenteil: Solange sie kann, will sie tauchen und es anderen ermöglichen, schwerelos durchs Wasser zu schweben.

MS – zwei Buchstaben, die so viel verändern

Stell dir vor, du hast eine traumhafte Urlaubsreise geplant. Eine Auszeit. Vom ermüdenden Alltag mit zwei kleinen Kids, Job, Haushalt… Die Reise gebucht, die Betreuung der Kids zuhause gesichert, nichts kann dich mehr aufhalten. Nach Bali soll es gehen, zusammen mit deiner besten Freundin. Gemeinsam wollt ihr abtauchen in die schönsten Korallenriffe der Welt. Warmes Wasser, bunte Fische, große und kleine Lebewesen willst du sehen, einfach schwerelos hindurch schweben und alles, was dir an Land so durch den Kopf wandert, vergessen.

Leben ist das, was passiert, während du eifrig dabei bist, andere Pläne zu machen

So war der Plan. 9 Jahre ist das jetzt her. Und es kam alles ganz anders. Denn vor genau 9 Jahren trat ein ungebetener und überdies völlig unerwarteter Gast in mein Leben und hat alle Pläne ordentlich durcheinandergewirbelt: Multiple Sklerose. Was nach einer „kleinen“ Knie-OP mit kribbelnden Armen begann, sich dann zunächst steigerte mit plötzlichen kalten Schauern, die über den Rücken „laufen“, begleitet von schwammartigem Laufen wie durch Zuckerwatte – ohne Zucker – und letztlich in elektrischen Blitzen, die durch den ganzen Körper zucken, gipfelte, ja, das entpuppte sich nach einer kleinen, kurzen Ärzte-Odyssee als MS.

Zwei Buchstaben, die doch so viel verändern.

Wer ist der wichtigste Mensch in deinem Leben?

Genauso ungebeten wie die MS an sich waren dann auch die Kommentare, die ich mir teils bis heute immer mal wieder anhören muss. Hier ein kleiner Auszug:

  • „Sei froh, dass es kein Krebs ist!“
  • „Dann bist du ja jetzt behindert.“
  • „Du kannst doch alles machen.“
  • „Andere haben es viel schlimmer.“
  • „Ich bin auch oft müde.“

Bekommst du so eine Diagnose, lernst du die Menschen in deinem näheren Umfeld erst richtig kennen. Und du lernst, auszusortieren. Nicht alle(s) auf einmal, sondern Schritt für Schritt. Was bleibt, sind wahre Freunde und das gute Gefühl, verstanden zu werden, nicht allein zu sein und zu wissen, da ist immer jemand, wenn es dir mal nicht so gut geht. Was bei MSlern durchaus mal der Fall sein kann.

Rückblickend habe ich in den vergangenen 9 Jahren sehr viel gelernt, über das Leben, über mich, über das, was wirklich wichtig ist. Oder sogar, wer wirklich wichtig ist. Danke an dieser Stelle an Marion, die Vorsitzende des Vereins MS Sonnenschein, in welchen ich letztlich wegen des schönen Namens beigetreten bin. Und, weil ich an einem Punkt angekommen war, an dem ich den Austausch mit „Gleichgesinnten“, also anderen MS-Betroffenen brauchte. Danke also für diese provokante und zugleich geniale Frage: „Wer ist der wichtigste Mensch in deinem Leben?“

Noch Fragen?

Schränken Sie sich nicht ein!

Eine andere, für mich unglaublich bedeutende und sogar lebensverändernde Frage kam am finalen Tag meiner MS-Diagnose, am 22. Mai 2017, von meinem Neurologen. Er wusste sicherlich nicht, welch bedeutungsschwangere Frage er mir da gestellt hatte, schließlich musste er mir zuvor die bittere Botschaft überbringen, dass alle Ergebnisse — MRT, Lumbalpunktion, Blut etc. — nun eindeutig darauf hinwiesen, dass ich krank sei. Unheilbar. Aber… dass MS heute nicht mehr mit „Rollstuhl“ gleichzusetzen sei, es gäbe inzwischen verschiedene Medikamente, Therapien wie Ergo und Physio und engmaschige Kontrollen, um das Fortschreiten möglichst einzudämmen. Ob ich denn noch eine Frage hätte….

Da mir das Krankheitsbild „Multiple Sklerose“ mit all seinen Facetten durchaus bekannt war, ebenso mögliche Auswirkungen von zu viel Stress, Hitze, Anstrengung… wollte ich nur eines wissen: „Kann ich tauchen?“ Die Antwort meines Neurologen war simpel, aber für mich war sie gleichermaßen ein Befreiungsschlag wie ein Startschuss: „Schränken Sie sich nicht ein!“

Tauchen mit MS? Läuft!

Tauchen geht – auch mit MS!

Tauchen geht auch mit der Erkrankung MS! Natürlich nicht im aktuellen Schub und immer unter der Voraussetzung, dass nichts anderes gegen das Tauchen spricht, wie etwa Epilepsie oder ein Herzschrittmacher. Letztlich entscheidet der (Taucher-)Arzt, ob man „tauchtauglich“ ist oder nicht. Multiple Sklerose an sich ist auf alle Fälle keine Kontraindikation. Im Gegenteil.

Für mich ist das Tauchen zur Therapie geworden. Unter Wasser fühle ich mich frei, befreit von allen Sorgen und Ängsten, frei von Schmerzen, unbeschwert, wendig, lebendig, beweglich. Viel mehr als an Land. Und da mir selbst das Tauchen so wunderbar guttut, möchte ich diese Erfahrung auch an andere weitergeben. Das mache ich zum einen mit meinem Blog „Tauchen-mit-Handicap“, in dem ich über das Tauchen mit den unterschiedlichsten körperlichen Einschränkungen berichte, Geschichten erzähle, Mut mache.

Zum anderen bin ich selbst inzwischen den — nicht ganz einfachen — Weg bis zur Tauchlehrerin gegangen, um Tauchkurse geben zu dürfen. Auf meine Art: sanft, sicher, stressfrei. 

Darüber hinaus habe ich mich zum PADI Adaptive Techniques Course Instructor (Tauchlehrer für Menschen mit Behinderung) ausbilden lassen. Solange ich selbst noch fit genug bin, möchte ich andere begeistern und ermutigen, das Tauchen auszuprobieren, schwerelos zu sein, die Schwere loszulassen.

Sport bei MS

Tauche mit mir ab!

Dazu braucht es gar keine weiten Reisen. Tauchen kannst du auch in unseren heimischen Seen, da schwimmt sogar der ein oder andere kleine oder größere Hecht vorbei. Selbst im gesicherten Umfeld eines Schwimmbades kannst du die Schwerelosigkeit erleben.

Gerade wir MSler profitieren unheimlich vom Tauchen: Spastiken werden im warmen Wasser oft besser, wir brauchen keine Hilfsmittel, Tauchen ist inklusiv, denn Tauchen können Menschen mit und ohne Einschränkungen gemeinsam! Es macht Spaß, tut gut und eröffnet dir neue Möglichkeiten.

Willst auch du schwerelos schweben oder tauchen?

Wir machen es für dich möglich! In Kooperation mit der DMSG kannst du am 2. Mai in der Donautherme Ingolstadt sowie am 10. Mai in der Spessart-Therme in Bad Soden-Salmünster mit uns eintauchen. 

Die Tauchreise nach Bali hatte nicht stattgefunden. Daran war aber nicht die MS schuld, sondern der Mount Agung, der Vulkan auf der „Insel der Götter“, der seinerzeit anfing zu brodeln, sodass wir kurzerhand ein neues Tauchziel finden mussten.

Sport bei MS

Und so habe ich mein Glück beim Tauchen auf den Philippinen gefunden, ein halbes Jahr nach meiner MS-Diagnose, mit ausgefallenen Haaren (dank der damaligen Basistherapie), Kortison-Infusionen im Gepäck (die ich zum Glück nicht gebraucht habe), dem guten Gewissen, dass zuhause alle bestens versorgt sind (was ja schon vor der Diagnose gut vorbereitet war) und dem Wunsch, während der Reise mein Sorgen-Ängste-Gedankenkarussell stoppen zu können.

Dank der Mut-machenden Worte meines Neurologen habe ich mich nicht einschränken lassen, schon gar nicht von meiner Krankheit!

Nicole

Und auf den Geschmack gekommen? Ich auf jeden Fall und ich werde am Tauchtag in einem Container im Rhein-Main-Zentrum dabei sein!

Kommentiere gerne, wenn du beim Schnuppertauchen in Ingolstadt oder im Spessart dabei sein möchtest.

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Deine

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