Multiple Sklerose Unsichtbare Symptome bei MS

Reizüberflutung – was ist das? Was kannst du dagegen tun?

2. Dezember 2018
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Bei dem Wort Reizüberflutung bekomme ich bereits graue Haare

Mittlerweile überfordert mich schon das Einkaufen, aber auch oft alltägliches wenn viele Menschen aufeinander treffen. Was sich jedoch bei einem Geburtstag oder Fest schwer vermeiden lässt. Gedanklich lege ich mir schon einige Argumente und Sätze vorher zurecht, um rechtzeitig die Flucht anzutreten, d.h. früher zugehen. Ich kenne mich einfach am besten und weiß genau nach zwei Stunden „packe“ ich es nicht mehr. Wie ich früher als Erste zum Fest gekommen bin und als Letzte gegangen, kann ich mich nur noch vage erinnern. Wenn es dann noch laut ist, Musik im Hintergrund läuft, ich reden, essen und trinken gleichzeitig soll, dann bin ich restlos überfordert. Ich atme tief durch und trete die Flucht an. Sogar bei der Hochzeitsnachfeier meines Bruders verzog ich mich mitten in einem Gespräch auf die Coach. Ich konnte kaum noch aufrecht sitzen. Die Fatigue schlug erbarmungslos zu. Das CBD Hanföl hatte ich leider vergessen, das ich bei großen Herausforderungen und damit verbundenen Anstrengungen auch mal zwischendurch nehme, da zur Fatigue sich neuropathische Schmerzen einstellen. Wie doof konnte man nur sein. Vom Gespräch der anderen bekam ich eh nur noch Wortfetzen mit. Ich hörte nur noch vom anderen Ende des Zimmers … „die schläft ne Runde.“ In solchen Momenten könnte ich weinen und schreien zugleich, da mir so richtig bewusst wird: „Ich bin einfach anders wie die anderen. Danke MS!“ Aber warum überfordern mich diese Reize?

 

Meine Reizschwelle ist echt nicht mehr die Beste …

Früher gehörte ich zu den Multitasker. Konnte gleichzeitig drei Dinge tun. Einkaufen, dabei mich mit jemanden unterhalten und gehen. Heute bereits beim Betreten des großen Supermarkts in der Stadt, überlege ich mir genau welche Gehstrecke ich zurücklegen möchte. Am besten geradeaus und so wenig als möglich Seitengänge benutzen. Denn schließlich muss ich ja noch ab und an quer laufen, da irgendwann die Konzentration nachlässt und ich wieder zurück muss, da ich etwas vergessen habe. Ah, Caro, du hast die Tomaten vergessen, ach nein, den Kakao auch noch und klar, du Doofi, wo ist nur das verflixte Sauerkraut!? Die Meter addieren sich unermüdlich. Läuft mir noch ein bekanntes Gesicht über den Weg und wir unterhalten uns, vergesse ich, wo ich den Einkaufswagen stehen gelassen habe. Und genau diesen bräuchte ich jetzt, denn meine Beine fühlen sich wie Kaugummi an, knicken jeden Moment ein. Ich verabschiede mich schnell und hänge mich über den Einkaufswagen. Jetzt bekam ich die volle Reizüberflutung ab … oh, nein, die lange Schlange an der Kasse kommt auch noch und spätestens dort ist die Schwelle an Reizen überschritten. Mein rechtes Bein kann ich kaum noch heben; die Fußheberschwäche macht sich bemerkbar. Ich lehne mich über den Einkaufswagen, stütze mich ab, jeden Moment könnte ich ja fallen. Erschöpft und fix und fertig räume ich die Lebensmittel ins Auto und fahre auf direktem Weg nach Hause. Das Nötigste räume ich aus, maximal einen Korb nehme ich mit in die Wohnung. Den Rest wird mein Sohnemann später ausräumen. Hoffe ich zumindest. Eine Tasse Kaffee, hier muss ich nur zwei Knöpfe drücken und mit letzter Kraft falle ich auf die Coach. 

 

Zwangspause von mindestens zwanzig Minuten

Ist das Normal? Außer dass ich Frühstück und das Bett gemacht habe, im Bad war und einkaufen, brachte ich in vier Stunden nicht mehr zusammen? Ob ihr es glaubt oder nicht! Mein schlechtes Gewissen gehört der Vergangenheit an und ich wundere mich auch nicht mehr über mich. Ich habe akzeptiert, dass eben alles einfach heute mit der MS anders geht. Und das Beste! Ich kann mir Zeit lassen, wenn andere arbeiten müssen. Denn Neider gibt es genug in meinem Umfeld. Wenn mir mal wieder jemand sagen muss, ich könnte ruhig noch ein paar Stunden arbeiten gehen, was ich so den ganzen Tag treibe!? Dann lache ich heute, denn aus ihnen spricht der blanke Neid, zwar nicht auf meine MS aber dass ich einfach Zeit habe. Zeit für mich, Zeit den Haushalt im eigenen Tempo zu verrichten, Zeit um die Einkäufe einzuteilen. Zeit für die schönen Dinge im Leben. Zeit für meinen Nachmittagsschlaf, Zeit um pünktlich irgendwo anzukommen. Und um die Reizüberflutung wieder zu minimieren. Denn auf Dauer wird jeder krank, auch ohne MS.

 

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Was bedeutet aber Überforderung durch Reize?

Unser Körper kann durch die Sinne, meist sind es die Augen und Ohren, viele Reize gleichzeitig aufnehmen. Doch wird er überfordert und zu viele Reize werden aufgenommen, dann streikt unsere Psyche. Unser Organismus kann all diese akustischen und visuellen Wahrnehmungen nicht mehr verarbeiten, die in einem kurzen Zeitraum, wie beim Einkaufen, oder auch über eine längere Zeit vorherrschen. Um die Reizschwelle zu überschreiten oder an ihre Grenze zu geraten, sind folgende Auslöser verantwortlich:

  • Unsere Ohren sind überfordert, weil uns Lärm umgibt und vielleicht noch mehrere akustische Quellen auf uns einwirken z.B. Autohupen, lärmende Menschen, Geräusche in einer Stadt, Straßenverkehr …
  • Unsere Augen werden von zu vielen Farben, egal ob warme Farbtöne oder grelle, überreizt. Auch schnelle Bewegungen und blinkende Lichter, beides z.B. im Abendberufsverkehr oder auf einem Musikkonzert, strapazieren unsere Augen.
  • Selbst bei einem Essen, dass aus vielen Geruchs- und Geschmacksrichtungen besteht, kann diese Sinne mit Reizen überanstrengen.

 

Was tun?

Da fragt ihr die Richtige 😉 Nein, Spaß beiseite. Für uns Betroffene ist mancher Tag, ein Fest oder Theaterbesuch eine Tortur. Es gibt nicht die richtige Lösung, die richtige Entscheidung und auch keine bestimmte Strategie. ABER … ihr müsst auf euch aufpassen und rechtzeitig euch zurückziehen, vielleicht auch ein Event absagen und auf keinen Fall immer und immer wieder euch Reizen aussetzen. DENN diese machen krank. Können Angstzustände, also Panikattaken und Depressionen verursachen. Jetzt denkt ihr sicher, zuhause zu bleiben und nicht mehr alles erledigen können, führt auch zu Depressionen. Nein, aber einfach einiges neu regeln. Ich habe ein paar Dinge für mich entschieden, sollte die Reizüberflutung mich maßlos überfordern oder ich an die Reizschwelle komme:

  • Einkauf so zu planen, wenn ich mich fit fühle und außerdem kaufe ich vieles auf Vorrat ein; am besten es begleitet mich jemand oder ich schicke eins meiner Kinder, frage sogar mal eine Freundin
  • Klamotten zu 99 % bestelle ich übers Internet
  • ich nehme immer mein Auto mit, so verlasse ich oft einen Konzertabend (habe ein Abo, das eh bezahlt ist und Shit auf den Preis) früher, denn oft schlafe ich schon nach einer halben Stunde ein, manchmal eben nicht. Doch somit bin ich unabhängig! Auch auf Festen, Events und sonstige Treffen entscheide ich, wann ich nicht mehr kann; bin somit von niemanden abhängig
  • oft halte ich ein Mittagsschläfchen vor einem größeren Ereignis oder schlafe morgens lange aus. Trotzdem schützt es mich nicht unbedingt, dass ich doch früher gehe
  • absagen, wenn ich mich schon vorher nicht wohl fühle und mich der Gedanke an Lärm, Licht und Gespräche überfordern
  • Reisen so plane, dass ich rechtzeitig ankomme, dass ich Luft nach hinten habe: am 4.12. bin ich als Bloggerin nach Leipzig auf ein Konzert eingeladen. Ich fahre früh hier los, natürlich mit dem Zug, und habe noch genügend Zeit, um im Hotel zu duschen, schlafen und etwas zu essen. So mache ich es nächstes Jahre mit meinem Urlaub; einen Tag vorher anreisen, da ich der Bahn nicht traue und das Schiff sicher nicht auf mich warten wird
  • Zeitmangement, Entspannungstechniken erlernen z.B. Feldenkrais
  • Selbstmotivation, auch wenn es auch mir nicht immer leicht fällt
  • akzeptieren, dass einfach einiges oder auch vieles nicht mehr geht, wie früher – es geht einfach anders

 

Ich weiß, mit dem Akzeptieren stehen einige von euch auf dem Kriegspfad und auch mich ödet es manchmal so richtig an. Neue Situationen machen mir Angst, gerade wenn ich außerhalb übernachten muss, eine lange Zugstrecke vor mir habe, viele neue Leute treffen soll … Doch dann erde ich mich und sage dann zu mir: „Hey Caro, es geht doch noch so viel, eben anders, langsamer, in meinem Rhythmus.“ Auch andere Chronisch Erkrankte können nicht mehr alles mitmachen. Auch gesunde Menschen können nicht mehr alles tun, weil vielleicht die Rente zu wenig ist oder sie bezahlen ihr Haus noch ab, bekommen keinen Urlaub … und, und, und … Ich möchte euch einfach Mut zusprechen, dass ihr auf euch aufpasst und die vielen Reize und Überforderungen in eurem Leben Ernst nimmt. Das wünsche ich euch von Herzen.

Welche Reize überfordern euch? Kennt ihr das mit der Reizüberflutung? Was tut ihr dagegen? Her mit den Tipps 😉

Eure

MS-Blog frauenpowertrotzms

 

 

 

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34 Comments

  • Reply Doris 13. Dezember 2018 at 09:26

    Oh, Caro, ich muss gestehen, das wusste ich alles nicht! Die Krankheit habe ich immer „nur“ irgendwie mit Muskelschwund in Verbindung gebracht, mich aber leider noch nie näher damit beschäftigt. Nicht aus Desinteresse – ich bin damit einfach noch nie damit konfrontiert gewesen.
    Toll, wie Du das meisterst und vor allem mit welch positiver Energie!
    Jetzt, nach diesem berührenden Bericht, von meiner Warte aus über Reizüberflutung zu schreiben, erscheint mir regelrecht banal.
    Aber nachdem Du ausdrücklich gefragt hast: Ja, auch ich kämpfe damit. Ich schaffe es zwar nach wie vor bei geschäftlichen Events, Feiern etc. total präsent und mit guter Laune aktiv zu sein, aber danach brauche ich dementsprechend ein paar Tage, an denen ich wieder fein zu Hause bin. Ich habe das Gefühl, dass mich diese Reizüberflutung immer in eine Oberflächlichkeit schwemmt, die auf Dauer nicht mehr meines ist.
    Wann immer es geht, schaffe ich mir Auszeiten am Meer oder in den Bergen. Das beruhigt mich und dort schöpfe ich wieder positive Energie.
    Ich wünsche Dir alles Gute und vor allem, dass Du Dein extrem positives Denken und den offenen Umgang mit dieser Krankheit beibehältst!
    Mit lieben Grüßen,

    Doris von https://diegutelaune.com

    • Reply frauenpowertrotzms 13. Dezember 2018 at 14:10

      Liebe Doris,
      vielen lieben Dank für deinen ausführlichen Kommentar. In der Natur kann man echt wieder auftanken. Das versuche ich auch regelmäßig zu tun.
      Liebe Grüße und alles Gute,
      Caro

  • Reply Tina 11. Dezember 2018 at 12:38

    Hallo liebe Caro, nur nicht verzweifeln <3
    Ich habe zwar keine MS, bin aber bei solchen Treffen sehr schnell angespannt, eben wegen des Dauerlärms, weil alle durcheinander reden, die ganzen Nebengeräusche und dann noch Musik im Hintergrund. Ich habe nichts gegen Lärm ansich, denn ich liebe es hin und wieder so richtig laut die Musik aufzudrehen. Aber dieser Lärm ist irgendwie hektisch und stressig. Da geh ich zwischendurch dann immer in die Küche und spüle das Geschirr ab, da ist es wenigstens leise oder ich begleite meinen Onkel nach draußen – er geht rauchen und ich geh die Stille genießen 🙂

    Deine Tipps finde ich super. Vielleicht magst du mal die Atemtechnik versuchen: kurz Einatmen und langsam und lange Ausatmen – immer wieder. Das hilft eigentlich auch ganz gut und Muskelanspannung (Jacobsen).

    Ich wünsche dir eine schöne und vor allem eine entspannte Zeit.

    • Reply frauenpowertrotzms 11. Dezember 2018 at 13:08

      Hallo Tina,
      danke für deinen Kommentar und Tipps. Ich atme so ähnlich aus der Tiefe raus. Tut einfach gut. Ich musste lachen, gehe auch immer Geschirr spülen wenn’s möglich ist. Feldenkrais liebe ich und das erdet mich zwischendurch. Natürlich nicht wenn man wo eingeladen ist 😉
      Liebe Grüße Caro

  • Reply Avaganza 10. Dezember 2018 at 23:50

    Für mich ist das leider auch ein Thema! Vor allem wenn ich visuellen und akustischen Reizen gemeinsam ausgesetzt bin, reagiert mein Körper heftig. Da bekomme ich Sehstörungen und Tinnitus (ich hatte schon mehrere Hörstürze) und muss mich schnell aus der Situation rausnehmen. Dann geht es wieder …

    Liebe Grüße
    Verena

    • Reply frauenpowertrotzms 11. Dezember 2018 at 00:11

      Das ist ja heftig. Da musst du wirklich gut auf dich aufpassen.
      Liebe Grüße Caro

  • Reply angelique 10. Dezember 2018 at 20:01

    Liebe Caro, hier hast du ein sehr wichtiges Thema beschrieben. Ich denke wir müssen erst lernen mit diesen vielen Reizen umzugehen. Uns bewusst auch gegen etwas entscheiden. Ich bin beim lernen und finde den perfekten Ausgleich in der Natur, auf Bergen oder im Garten.
    alles liebe angelique

    • Reply frauenpowertrotzms 10. Dezember 2018 at 20:55

      Liebe Angelique,
      du sagst es, wir müssen es echt lernen uns einen Ausgleich zu suchen. Auch ich finde die Natur ein gutes Beispiel.
      Herzlichst Caro

  • Reply Eileen 10. Dezember 2018 at 11:50

    Liebe Caro, ich war mir gar nicht bewusst wie schwer man es mit MS hat. Ich hatte noch keine Berührungspunkte damit und lese deinen Blog daher sehr gerne. Ich ziehe auch den Hut vor dir, wie du das alles meisterst. Und bei einem gebe ich dir Recht, niemand darf über dich urteilen. Ich finde das in der heutigen Zeit sowieso ganz schlimm, dass Menschen über andere urteilen ohne deren Weg gegangen zu sein…

    Ich habe z.B. Migräne (überhaupt nicht vergleichbar) aber daher weiß ich wie fies eine Reizüberflutung sein kann. Ich bin dann immer Licht- und Geräuschempfindlich.

    Viele Grüße Eileen von http://www.eileens-good-vibes.de

    • Reply frauenpowertrotzms 10. Dezember 2018 at 11:53

      Liebe Eileen,
      auch eine fiese Krankheit dir mich seit meiner Kindheit begleitet. Diesen Februar war sie seit Jahren so schlimm dass ich in der Klinik gelandet bin. Tat mir aber sehr gut.
      Ich finde es auch echt daneben wenn Menschen über andere urteilen aber leider wird es das immer geben.
      Liebe Grüße Caro

  • Reply CHRISTINA KEY 10. Dezember 2018 at 09:44

    Sehr interessantes und wichtiges Thema, dass Du hier angesprochen hast. Vor allem in unserer heutigen Digital-Welt braucht man manchmal einfach eine Pause. Mir hilft immer ein ausgedehnter Spaziergang im Wald. 🙂

    Liebe Grüße,
    http://www.ChristinaKey.com

    • Reply frauenpowertrotzms 10. Dezember 2018 at 11:05

      Recht hast du einen Spaziergang in der Natur zu machen. Das erdet mich auch immer. Guten Wochenstart wünsche ich dir!

  • Reply Bettina 9. Dezember 2018 at 20:23

    Hallo Caro,
    du hast Recht, wir leben in einer Zeit der Reizüberflutung und müssen wieder lernen uns abzugrenzen. Besonders schlimm finde ich mobile. Das zerstört schleichend die Gesundheitheit. Inzwischen habe ich die Notbremse gezogen. Das Handy bleibt unterwegs aus oder besser noch ganz zu Hause und wird auch nur noch zum telefonieren angepackt…
    liebe Grüße
    Bettina

    • Reply frauenpowertrotzms 10. Dezember 2018 at 08:22

      Liebe Bettina,
      das mit dem Handy ist echt ein Problem. Habe es oft auch dabei aber lass es in der Tasche. Aber wie in Leipzig, da habe ich gleichzeitig Handy und Kamera im Einsatz, sehr anstrengend. Man muss dann unbedingt für einen Ausgleich sorgen.
      Liebe Grüße

  • Reply Jenny 9. Dezember 2018 at 12:44

    Hut ab, dass du hier so offen und ehrlich berichtest. Auch für Hochsensible wie mich ist dies ein wichtiges Thema, man ist schnell überfordert und will vor den vielen Reizen fliehen. Man merkt, dass deine Tipps aus der Praxis stammen. Danke!

    • Reply frauenpowertrotzms 9. Dezember 2018 at 14:46

      Danke liebe Jenny. Ein Artikel über Hochsensibilität werde ich auch noch schreiben weil es so viele Menschen gibt, die mit zu vielen Reizen kämpfen und hochsensibel sind. Ich schreibe auch meine Bücher so. Ich kann nur berichten was ich selbst erlebe und finde es wichtig dass man ehrlich ist.
      Liebe Grüße Caro

  • Reply Florian 8. Dezember 2018 at 23:43

    Hi Caro,

    oh ja, das kenne ich. Es ist nicht soooo dramatisch, aber Fernseher zum Beispiel kann ich überhaupt nicht mehr ab. Da werd ich wahnsinnig, selbst wenn der Ton aus ist, das packe ich nicht. Wir haben auch seit Jahren keinen TV-Anschluss mehr. Mal einen guten Film, das geht gut. Aber alles andere ist mir echt zuviel, ich brauche echt meine Ruhe,

    Viele Grüße
    Florian von den Phototravellers

    • Reply frauenpowertrotzms 9. Dezember 2018 at 00:01

      Hey Florian,
      ich konnte früher kochen, Fernseh schauen und reden… Heute kein Radio tagsüber nur im Auto und TV selten. Aber du hast ja gelesen, dass ich immer als erste gehe. Anscheinend werde ich alt 😉🤫
      Viele Grüße Caro

  • Reply Meike 3. Dezember 2018 at 19:25

    Achja, davon kann ich auch ein Lied singen. Bei mir kommt es Mittags immer am schlimmsten.. vor allem wenn man dann noch mit der ganzen familie am Esstisch sitzt, das Radio läuft, irgendwas brutzelt noch auf dem herd, 10 Lampen sind an und meine schwester erzählt wie es in der Schule war.. da hilft auch nur alles auf das minimum reduzieren, schnell das essen reinschaufeln und dann ins bett, jalousie runter und erstmal me halbe stunde augen zu. die brauche auch ich auch wirklich jeden tag, sonst geht gar nichts und über die Mittagszeit brauch ich auch gar nicht weg fahren oder so ohne die Möglichkeit für ne gute halbe stunde ruhe und dunkelheit zu haben. das hilft dann aber auch wirklich. wenn ich vorher drauf achte, dass ich mich viel ausruhe und vielleicht einfach nur lese oder fernsehe und vielleicht nichtmal mit dem hund spazieren gehe, dann schaff ich es abends auch mal in die disko, mit glück auch wohl mal bis 3 uhr. da will man ja mit 20 auch nicht immer drauf verzichten. habe mir da ganz unauffällige ohrropax gekauft und mit den haaren da drüber fällt das gar nicht auf, dass ich die trage, super praktisch 😉 da ist die laute musik sogar ein vorteil: man hört nur für musik und kaum jemanden reden oder andere geräusche. da ist ein restaurantbesuch schon mord gegen..
    aber mit genug ruhe auf begrenzte zeit geht alles, hat bei mir aber auch lange gedauert bis ich gelernt habe, die kurze zeit zu genießen, anstatt traurig zu sein, dass ich so früh gehen muss.

    • Reply frauenpowertrotzms 3. Dezember 2018 at 20:20

      Oh Meike, toll dass du kommentiert hast. So jung noch und klar du musst das Leben noch genießen und die Lösung für die Disco ist echt der Hammer. Ruht man sich zwischendrin aus, geht doch manches noch.
      Ich finde du machst das echt toll.
      Echt schön, dass auch junge Menschen meinen Blog lesen.
      Liebe Grüße Caro

  • Reply Kerstin Kubon 3. Dezember 2018 at 14:57

    Liebe Caro,
    du sprichst mir wieder genau aus der Seele. Ich kenne das auch alles. Für mich gibt es nur eine Lösung, ich höre auf meinen Körper und mache nur noch das, was geht und gut für mich ist. Ja ich habe das Privileg entscheiden zu dürfen, was ich wann und wie mache, ganz ohne schlechtes Gewissen, da ich berentet bin. Meiner Gesundheit zuliebe.
    Alles Liebe und für morgen eine entspannte Anreise😘

    • Reply frauenpowertrotzms 3. Dezember 2018 at 18:08

      Liebe Kerstin,
      dann geht es dir wie mir. Kein schlechtes Gewissen mehr, das Leben trotz MS selbst gestalten und genießen 😉
      Liebe Grüße und danke, bin sehr gespannt auf Leipzig.
      Caro

  • Reply Frank F. 3. Dezember 2018 at 14:00

    Liebe Caro,

    Da hast du aber wieder einen Blog gezaubert – sowas von auf den Punkt. Dies regt meinen Kopf an, für mehr zu diesem wichtigen Thema. Selbst habe ich gerade eine Entscheidung für mich getroffen die mein Leben, das meiner Familie extrem verändert hätte. Mehr zu diesen Gedanken in kürze in meinem Blog. Aber besser hätte ich das Thema „Reizüberflutung“ nicht ausführen können. Heute habe ich ein Foto beim Einkaufen aufgenommen und direkt an dich und einen Blog denken müssen. Im Gegenteil, hier passt so vieles, Kopfkino pur bei mir.

    Ich sage mal von herzen D.A.N.K.E.

    Liebe Grüße Frank

    • Reply frauenpowertrotzms 3. Dezember 2018 at 18:12

      Lieber Frank,
      ich freue mich immer sehr dass du kommentierst. Heute im Beitrag finden sich so viele Menschen. Ja Reizüberflutung kann jeden treffen und auch Leute ohne MS. Bin gespannt was du aushecken wirst. Jetzt habe ich Kopfkino 😂 sollte ich mal nach Limburg kommen, würde ich dich und deine Frau gerne kennenlernen 😀
      Liebe Grüße Caro

  • Reply Britta Roth 3. Dezember 2018 at 13:41

    Liebe Caro,
    zum Thema Rwizüberflutung: ich musste nach der Hälfte deines Beitrages aufhören zu lesne, denn ich fing schon fast an zu schielen….
    Unglaublich, aber das beste Beispiel, was Reizüberflutung für mich ist.
    Feiern, wie Geburtstage?Meide ich, wenn es irgendwie geht.
    Große Me nschen ansammlungen, wie jetzt zu den Weihnachsmärkten? unöglich für mich.
    Einkaufen? sowieso nie alleine und dann nur das Nötigste und wieder heim auf die Couch.
    Mein Mann wundert sich manchmal, aber er hat es inzwischen kapiert, dass es keine Absicht ist, sondern dass dann die Fatigue voll zum Zuge kommt und die neuropathischen Schmerzen unerträglich werden. CBD Öl sei Dank geht es mit den SChmerzen jetzt besser, aber die Reizüberflutung bleibt.
    Früher hab ich so gerne laut Musik gehört…..nicht mehr dramn zu denken. Hier im Haus ist es leise. keine Musik, kein Fernseher an, kaum Licht. Mir reich schon ein nettes Telefongespräch mit meiner Mutter über ihren baldigen Uzug. Da muss ich dabei liegen, sonst kann ich ihr nicht folgen.
    Als alleinerziehende Mutter war ich es gewohnt zehn Dinge gleichzeitig zu machen: Bus fahren, telefonieren, einem FAhrgast den Tarif erklären, auf den Verkehr aufpassen und so weiter. Danach, also nach Dienstschluss noch einkaufen, kochen, putzen bügeln und Hausaufgaben kontrollieren und Vokabeln abfragen. Ich fall schon um, wenn ich das hier lese!!!!
    Klamotten kauf ich auch fast nur noch online. Kaufhäuser mit den engen Umkleiden, wo es jetzt noch stickiger und laut ist- nein, das geht nicht mehr.

    Aber ich wurschtel mich so durch die Tage. Heute geht gar nichts. ich sitze im Rolli, die BEine machen nicht mit.
    Hoffentlich ist morgen ein besserer Tag!
    Ich wünsche dir einen schönen, guten Tag und freue mich auf deinen neuen Blog….
    liebe Grüße aus Unterfranken,
    Britta

    • Reply frauenpowertrotzms 3. Dezember 2018 at 13:53

      Liebe Britta,
      dann geht es dir ja ähnlich wie mir. Nie habe ich Musik in der Wohnung an, überfordert mich. Brauche einfach viel Ruhe. Klar mein Blogbeitrag ist lang, aber solche Texte lese ich auch oft auf zweimal.
      Liebe Grüße aus der Pfalz, Caro

  • Reply Michaela Neuschwander 3. Dezember 2018 at 12:46

    Liebe Caro, du hast so recht.Danke für deinen tollen Post !!!Man muss sein Leben etwas anders planen.Für mich ist es auch unheimlich wichtig, dass die Woche im Kalender nicht zu voll ist.Wenn ich zu viele Termine habe, damit komme ich nicht mehr klar.Ich brauche Tage an denen gar nichts ist…die ganz frei sind. Oft schiebe ich Dinge die ich erledigen müsste tagelang vor mir her(was mir manchmal gar nicht bewusst ist). Manchmal läuft tagelang gar nichts(obwohl ich einiges vor hatte) und dann gibt es wieder einen besseren Tag.Zum Glück.Ich bin inzwischen auch sehr gerne alleine daheim.Das brauche ich sogar. Auf Stadtfesten habe ich das Problem, wenn ich zu viel hin und her gucke, weil ich ja viele kenne…dann beginne ich zu schwanken…unsicher zu gehen.(Und ich trinke null Alkohol ).
    Aber wir machen das Beste aus allem.
    Mit den nötigen Pausen.
    Wir schaffen das.
    Das Leben ist schön!!!
    Liebe Grüße
    Michaela

    • Reply frauenpowertrotzms 3. Dezember 2018 at 13:55

      Liebe Michaela,
      na klar wir packen das. Einfach alles langsamer und im eigenen Rhythmus. Wie ähnlich wir doch alle ticken;-)
      Liebe Grüße Caro

  • Reply Karin 3. Dezember 2018 at 09:47

    Liebe Caro,
    ja, das mit der Reizüberflutung ist auch bei mir Thema, gerade z.Zt. auch ganz besonders heftig. Fernsehen nur ohne Ton und bis auch die Bilder zu viel werden, Telefon lass ich klingeln, das Gesprächsgeräusch ist extrem unangenehm…etc, etc. – Was ich dagegen mache ? da gibts glaube ich nur eine Taktik…sich möglichst vielen Geräuschen entziehen…Stille…bis genügend Zeit vergangen ist und die Geräuschempfindlichkeit sich wieder auf einigermaßen Normal-Level einpendelt. – Ist echt nervig und macht noch etwas einsamer, als das Leben eh schon ist. Aber was willste machen ?….Irgendwann kommt nach Regen ja auch wieder Sonne….hoffentlich ;o).
    liebe Grüße Karin

    • Reply frauenpowertrotzms 3. Dezember 2018 at 13:58

      Liebe Karin,
      habe es schon bei Michi geschrieben. Wir ticken alle ähnlich und ihr spricht mir aus dem Herzen. Leider ist vieles nicht mehr möglich. Erholung zwischen dem Ganzen so wichtig. Ich brauche Zuhause auch absolute Stille. Das tut mir gut.
      Liebe Grüße Caro

  • Reply Andrea Gross 3. Dezember 2018 at 07:46

    Liebe Caro,
    du sprichst mir so aus der Seele… Zeitmanagement ist das einzige was hilft!
    Das größte Problem ist, dass das Außenstehende einfach nicht verstehen und manchmal belächeln… da drüber zu stehen fällt mir manchmal echt schwer. Auch erklären hilft nichts, Gesunde können das einfach nicht nachvollziehen…
    Wünsche dir eine gute Woche ❤
    LG
    Andrea

    • Reply frauenpowertrotzms 3. Dezember 2018 at 14:00

      Liebe Andrea,
      weißt du ich habe es aus der Not heraus gelernt. Es nützt einfach nichts , immer und immer wieder zu erklären. Dann bleibe ich lieber öfters alleine.
      Ich wünsche dir eine entspannte Woche und von Herzen alles Liebe.
      Caro

  • Reply Axel Manns 3. Dezember 2018 at 06:45

    Hallo liebe Caro,

    Ich bin zwar erst seit 4 Jahren dabei und lerne immer noch mein MS kennen, aber die Bericht hat mir vieles erklärt! Samstag morgen mache ich wie seit einigen Zeiten den Wocheneinkauf. Ein Laden geht ja noch, aber in dem 2. wird es haarig. Zuerst hab ich das immer auf eine Auswirkung der allgemeinen Kraftlosigkeit geschoben, aber deine Zeilen über Reizüberflutung erklären viel. Kann ich „blind“ durch den Laden laufen, stehen bekannte Produkte an bekannten Stellen, geht er noch. Aber wenn ich Wären im Regal suchen muss oder gar umgeräumt wurde, merk ich, wie mein empfindliches Gleichgewicht gestört wird und es wird tricky! Reizüberflutung ist also der Auslöser. Macht im Nachhinein betrachtet Sinn.
    Nochmal vielen Dank und mach weiter so.
    Viele Grüsse vom Niederrhein
    Axel

    • Reply frauenpowertrotzms 3. Dezember 2018 at 14:03

      Hallo Axel,
      früher konnte ich es mir auch nicht erklären und es geht mir wie dir. Reizüberflutung ist der Knackpunkt und daran habe ich gearbeitet. Vieles geht nun leichter, wobei ich leider dadurch mehr alleine bin. Aber man gewöhnt sich daran.
      Liebe Grüße aus der Pfalz, Caro

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