Multiple Sklerose

MS und Depressionen – ich helfe euch sie zu verstehen!

30. Januar 2019
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MS und Depressionen leider keine Seltenheit

Mein Vertrauen wurde letzten Oktober von einer Bloggerfreundin missbraucht und sie meinte ohne mein Wissen, sie müsse mir Fotos und Beiträge löschen (aber jeder macht zum Glück oder sollte unbedingt BackUps machen), setze ich hiermit den Artikel „MS und Depressionen“ neu auf. Der Beitrag „Wie gehe ich mit meinen Symptomen Fatigue, Blasenschwäche und Depressionen um“ könnte euch vielleicht auch interessieren. Da ich immer wieder in depressive Episoden stürze und viele in meinem Umfeld auch gerade feststecken, möchte ich ein paar wichtige Eckdaten hier schreiben.

 

Depressionen gehören zu den unsichtbaren Symptomen bei MS!

Sagt man solch einen Satz zu mir, wie letzte Woche und die davor ebenso, „Du siehst nicht krank aus.“ und man antwortet „Ich bin depressiv und habe keinen Lebensmut.“, können die wenigsten etwas damit anfangen. Ich sehe es ihnen in ihrem Gesicht, man spürt es am Telefon …  Neben der MS noch eine eigenständige Krankheit, wie die Depression, zu verstehen, überfordert viele; selbst Freunde oder Partner. Da ich selbst davon betroffen bin, stehe ich auf der anderen Seite. Einem auffangen können die wenigsten – man bleibt oft alleine, deshalb lest euch meinen Artikel durch, um euch Hilfe von außen zu holen. Bei Fragen schreibt mir gerne!

 

 Sturmwarnung

  Sturm braut sich auf …

 … erst still, dann leise …

 Wellen sanft, brechen am Fels plötzlich mit Wucht …

 Schaumkronen mächtig

 und weiß schäumend …

 … der Sturm tobt als ich erwachte …

 … ich ertrinke – helft mir doch …

 … Sturmwarnung wieder verpasst!

© Caroline Régnard-Mayer, aus meinem Buch „MS-Gedankenspiele 2“

 

Die Diagnose Multiple Sklerose bedeutet auch eine extrem große psychische Belastung des Betroffenen und auch während dieser chronischen Erkrankung kann es immer wieder zu einer Depression oder depressiven Episoden kommen. Denn nicht genug damit, dass die MS `1000 Gesichter´ hat, die Begleiterkrankung Depression erhöht den Leidensdruck des Betroffenen zusätzlich und beeinflusst sein Leben manchmal mehr als die MS selbst.

Die unsichtbaren Symptome der MS stellen eine große Belastung für den Erkrankten dar, gekennzeichnet durch chronische Erschöpfung, mangelnde Aufmerksamkeit, Desinteresse, seelische Tiefs oder Gedächtnisschwierigkeiten. Ein Gesunder kann dies kaum nachempfinden. Umso mehr gilt das Augenmerk der Aufklärung über Depressionen, die eine ernst zu nehmende, aber heilbare Krankheit darstellen.

 

Was empfindet ein depressiver Mensch mit MS?

Der MS-Patient bleibt oft mit seinen unsichtbaren Symptomen allein und zieht sich letztendlich zurück. Auch die Trauer über verlorengegangene Fähigkeiten und die Angst vor der ungewissen Zukunft spielen auf dem Weg in die Vereinsamung eine bedeutende Rolle. Darüber hinaus, verursachen aber die durch MS entstandenen hirnorganischen Veränderungen, dem Erkrankten ernste Probleme. Die Depression gehört unmittelbar zu den Problemverursachern. Die Schwermut beeinträchtigt seelische und körperliche Funktionen. Die biologische Ursache von Depressionen besteht in einer Funktionsstörung bestimmter Botenstoffe im Gehirn.

Depressive Menschen ermüden schnell, sie haben Konzentrationsschwächen und Probleme, sich etwas zu merken. Ausdauer und Kraft lassen nach, Entscheidungen fallen sehr schwer und das Urteilsvermögen ist eingeschränkt. Pessimismus, Schwarz-Weiß-Denken, Hilf- und Hoffnungslosigkeit bestimmen das Leben des depressiven Menschen. Er zieht sich von seiner Familie und dem Freundeskreis zurück, zeigt keine Interessen mehr und das Leben erscheint ihm sinnlos und leer. Schlafstörungen sind oft die ersten Anzeichen ebenso wie andauernde Appetitlosigkeit. Rund 60 Prozent aller depressiven Menschen leiden darüber hinaus unter körperlichen Beschwerden und Schmerzen, vor allem Rücken- und Kopfschmerzen, Magenbeschwerden, Verdauungs- und Herzproblemen und sexuellem Desinteresse. Mindestens vier verschiedene definierte Symptome über mindestens zwei Wochen kennzeichnen eine Depression.

 

Die Ursachen der Depression sind vielfältig

Risikofaktoren sind beispielsweise: körperliche Erkrankungen (z.B. hirnorganische Erkrankungen, Tumore), Medikamente (z.B. Kortison, Interferone, Hormonpräparate …), chronische Krankheiten, Depression in der Familie, Pflegebedürftigkeit, chronische Über­forderung und Dauerstress, wenige positive, aber viele negative Erfahrungen, starre oder wenig flexible Grundeinstellungen, überhöhte Ansprüche, verzerrte Gedankenwelt, Drogen und Alkohol.

Multiple Sklerose begünstigt in 50 Prozent der Fälle die Entstehung einer schweren Depression, nimmt man die weniger schweren Depressionen hinzu, steigt das Risiko auf erschreckende 70 Prozent.

Ein gesunder Mensch kann in der Regel seine Zukunft durch sein Handeln und sein körperliches Gesundsein beeinflussen. Ein an MS Erkrankter hat dagegen einen völlig unvorhersehbaren Verlauf seiner Zukunft. Wenn die Krankheit fortschreitet, neue Symptome auftreten oder bestehende sich verschlimmern und zusätzlich ein Arbeitsplatzverlust, Verrentung, Abwendung eines Partners oder der Freunde hinzukommen, verschärft sich die Situation. Diese einschneidenden Verluste führen häufig bei MS-Patienten zu reaktiven Depressionen. Organische Depressionen sind eine Folge von MS-Entzündungsherden im Gehirn. Auch unvermittelt auftretende Depressionen können durch Nebenwirkungen von Medikamenten z.B. Interferone oder Kortison auftreten.

Da die Depression bei MS nicht leicht zu diagnostizieren ist, da typische MS-Symptome wie Fatigue, Konzentrationsschwäche und körperliche Beschwerden auch bei einer Depression vorkommen, sollte man umgehend seinen Neurologen konsultieren. Unbedingt muss ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden, wenn zu den genannten Punkten noch Selbsttötungsgedanken, Arbeits- und Leistungsunfähigkeit im Beruf und/oder Haushalt dazukommen.

 

Eine Depression kann heute gut behandelt und geheilt werden

Therapiemöglichkeiten sind Psychotherapie, kognitive Verhaltenstherapie und die interpersonelle Psychotherapie. Sie braucht Zeit und die aktive Mitarbeit des Patienten. Unterstützt wird sie durch spezielle Medikamente, die Antidepressiva, die heutzutage nicht mehr abhängig machen. Sie greifen in die Stoffwechselvorgänge des Gehirns ein und verbessern dadurch die Weiterleitung von Reizen. Moderne Antidepressiva machen nicht süchtig und schränken das Reaktionsvermögen nicht ein. Sie können über Monate oder Jahre eingenommen werden.

Die Heilung einer Depression kann jeder einzelne Patient aktiv unterstützen: im Rahmen seiner Möglichkeiten durch Bewegung und sportliche Aktivitäten, Spaziergänge an der Luft. Ein täglicher Stundenplan, den ihr führt und befolgen solltet, zeigt euch, was euch zu stark fordert und hilft, diese Belastungen gezielt zu vermeiden. Haltet Kontakt zu euren Mitmenschen, belohnt euch selbst für die kleinsten Erfolge, habt Geduld mit euch, ernährt euch ausgewogen und erprobt verschiedene Entspannungstechniken.

Natürlich sind diese unterstützenden Maßnahmen in meinen Augen erst möglich, wenn man durch Medikamente und Psychotherapie die erste Stabilität erfährt oder noch rechtzeitig die ersten sich anbahnenden Symptome einer Depression erkennt. So erging es mir mit meiner Depression, zuerst erhielt ich Medikamente und begann eine Psychotherapie, um mir überhaupt selbst wieder etwas zuzutrauen, und dann hangelte ich mich mit viel Selbstliebe und Geduld aus dem seelischen Tief. Denn wenn ein Mensch am Abgrund steht, will er sich nicht bewegen oder achtet gar nicht auf seine Mitmenschen oder Ernährung. Es ist ihm schlichtweg egal, besser gesagt, er hat gar keine Kraft dazu!

Es ist deshalb wichtig, Betroffene wirklich ernst zu nehmen, ihnen zuzuhören, um zu verstehen, dass Leid und Schmerz von jedem Menschen unterschiedlich wahrgenommen werden. Nicht sichtbare oder nicht mitteilbare Symptome können „schmerzhafter“ erlebt werden als auf den ersten Blick erkennbare.

 

Bei MS und Depressionen bitte Empathie zeigen

Mit einem körperlich stark Betroffenen hat man sofort Mitgefühl, ein „unsichtbar“ psychisch Betroffener stößt vielleicht sogar auf Ablehnung, trotz größerem Leidensdruck. Manchmal ist Hilfe für mich, wenn mir jemand nur einfühlsam zuhört, mehr nicht. Und wenn der Leidensdruck so groß ist, dass ich nicht mehr sprechen möchte, genügt es mir, wenn jemand einfach nur bei mir ist und dankbar dafür, wenn ich deshalb nicht auf Unverständnis stoße. Viele MS-Patienten befinden sich in ähnlichen Situationen und haben Schwierigkeiten, verstanden zu werden, weil man gerade „unsichtbare“ Leiden nicht so leicht verständlich machen kann.

 

Sich gegenseitig helfen

Kennt ihr solche Situationen? Seid ihr auch von einer Depressionen betroffen? Gerne darf geteilt werden oder einfach eure Meinung im Kommentarfeld hinterlassen. Wie oft haben sich schon Menschen auf meinem Blog ausgetauscht. Auch ich kann von euch lernen und gerne nehme ich jede Hand, die mir während solcher Depressionen oder depressive Verstimmungen gereicht wird.

depressionen-erfahrungsbericht

MS und Depressionen leider keine Seltenheit. Ich helfe euch sie zu verstehen, da ich auch oft davon betroffen bin. 

 

Solch eine Umarmung wünsche ich euch …

Jemanden an der Seite, der euch auffängt!

Jemanden, der euch zuhört!
Jemanden, der euch versteht!
Jemanden, der einfach nur da ist und euch anruft oder mit euch redet!



Herzlichst

Eure

MS-Blog frauenpowertrotzms

 

 

Hier möchte ich dir zwei meiner Bücher vorstellen, in denen ich das Thema Depressionen und MS meinen Lesern näher bringe:

 

Aus diesem Büchlein habe ich oben das Gedicht eingefügt!


 

Möchtest du meinen neusten kostenlosen Blogbeitrag in deine Mailbox, dann trage dich bitte hier ein!


 

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22 Comments

  • Reply Denise 30. März 2019 at 19:18

    Ein toller Beitrag, der das Thema Depressionen für Menschen, die noch nie selber eine Depression hatten verständlicher macht. Mir ging es ein Jahr lang nach einem plötzlichen Todesfall auch sehr schlecht. Dieses Gefühl es keinen Moment weiter so aushalten zu können und nicht zu glauben, dass es mal besser wird ist wirklich schlimm. Gott sei dank, bin ich da schon lange wieder raus. Ich kann mir vorstellen, dass die Aussicht auf einen ungewissen Krankheitsverlauf schlimm ist.

    Du vermittelst nach Außen (soweit ich das über Social Media und deinen Blog wahrnehmen kann) aber eine unglaubliche Stärke und Lebensmut! Das finde ich echt klasse und für andere Betroffene sehr hilfreich.

    LG Denise

    Du s

    • Reply frauenpowertrotzms 30. März 2019 at 20:15

      Liebe Denise,
      mir gibt der Blog und meine Leser viel Kraft. Es gibt so rabenschwarze Tage, da hilft nur die Flucht nach vorne. Danke für deinen sehr netten Kommentar.
      Liebe Grüße
      Caro

  • Reply Sebastian Domke 18. Februar 2019 at 22:46

    Liebe Caroline,
    ein wertvoller Beitrag! Bewundernswert, wie offen und authentisch du über Depressionen schreibst. Es gibt noch viel Unverständnis über diese Ekrankung, umso wichtiger ist, wie du über das grundlegende Stabilisieren in einer schweren Depression geschrieben hast. Wenn man schwer derpessiv ist, ist alles um einen Dunkel, da sind Medikamente wichtig, auch Therapien können dann sehr gut helfen. Sehr gut, dass du mit dem Vorurteil aufgeräumt hast, dass Antidepressiva abhängig mache. Früher war das zum Teil so, zum Glück hat sich in der Medizin einiges getan. Ich bin sicher, dass Betroffene sich von dir dank dem Beitrag verstanden und entlastet fühlen. Toll geschrieben! Weiter so!

    • Reply frauenpowertrotzms 18. Februar 2019 at 22:50

      Vielen Dank, lieber Sebastian. Gerade jetzt hilft mir mein eigener Beitrag mich aus meiner jetzigen Depression zu befreien, aber leider bekomme ich nicht so viel Verständnis entgegengebracht.
      Manche meinen, wenn man nix tun und sich ausruht, wird das wieder .. wie die sich irren, grade das ist der falsche Weg.
      LG Caro

  • Reply Silke 3. Februar 2019 at 23:02

    Ich bin selbst Betroffene mit Multiple Sklerose und Depressionen. Es darf kein Tabuthema bleiben, wir dürfen darüber sprechen. Finde es toll, dass du so offen und ehrlich in deinem Blog darüber schreibst.

    • Reply frauenpowertrotzms 3. Februar 2019 at 23:18

      Liebe Silke,
      ich hoffe so sehr mit meinem Blog euch und mir zu helfen, dass andere uns besser verstehen. Lieben Dank für deinen Kommentar.
      LG Caro

  • Reply FineSkill 2. Februar 2019 at 13:52

    Das ist ein sehr interessanter Beitrag! Für mich als Außenstehende ist sowohl eine Depression, als auch MS nur schwer vorstellbar. Also wie schafft man seinen Alltag damit? Was bedeutet das überhaupt für das Leben.
    Wirklich toll geschrieben.

    • Reply frauenpowertrotzms 2. Februar 2019 at 14:20

      Es ist schwer mit beiden umzugehen, man muss es lernen und doch gibt es immer wieder Hürden zu nehmen. Zur Zeit herrscht meine Depression vor, nimmt viel Raum ein und sie kommt aus dem Nichts. Eine schwere Zeit, die auch ich immer mit Duchhängern durchzustehen habe.

  • Reply UrbanRoach 1. Februar 2019 at 20:17

    Liebe Caro,

    Also ich ziehe wirklich den Hut vor dir, nicht nur, dass du dich so intensiv auf deinen Blog mit MS auseinandersetzt, sondern auch so offen darüber spricht. Gerade noch im Bezug auf Depressionen, welche ja nach wie vor eine Art Tabuthema sind! Schön zu sehen, dass man mit so einem „einfachen“ Beitrag Menschen an einem schlimmen Tag ein kleines Leuchtfeuer sein kann und man merkt, dass man nicht allein ist und durchaus auch Zugang zu Personen hat, welche einem zuhören und weiterhelfen. Schön, dass es noch Menschen mit einer so positiven Lebenseinstellung gibt, trotz aller großen und kleinen Probleme des Lebens!

    Liebe Grüße und eine dicke Umarmung,
    Roach

    • Reply frauenpowertrotzms 1. Februar 2019 at 22:22

      Dankeschön liebe Roach, deine sehr netten Worte. Depressionen sind für manche noch schlimmer als die MS, zumindest für mich. Ich bin sehr froh dass man sich hier und mit einigen liebe Menschen in den sozialen Netzwerken austauschen kann.
      Liebe Grüße Caro

  • Reply Bettina 31. Januar 2019 at 18:41

    Hallo Caro,
    schon toll wie intensiv du dich mit deiner MS auseinandersetzt, das und wie authentisch du informierst schätze ich sehr. Der Umgang mit Depressionen kostet Kraft, vor allem das Glück den richtigen Therapeuten zu finden und wenn Medikamente dann solche, die wirklich helfen ohne Nebenwirkungen. Bei meiner Mutter habe ich erlebt, wie sie sich je nach Antidepressivum veränderte, es war dramatisch, sie bekam diese Medikament nach einem Schlaganfall (im Alter von Ü60) ihr Kurzzeitgedächtnis war verloren und sie wurde darüber depressiv… . liebe Grüße Bettina

    • Reply frauenpowertrotzms 31. Januar 2019 at 18:50

      Liebe Bettina,
      das ist aber ein traurige Nachricht. Bei MS ist ja auch das Kurzzeitgedächtnis betroffen, aber ich mache mir da nicht soviel draus, weißt du…. ich kann nichts ändern außer uben, schreiben und lesen. Ist zwar scher für meine Mitmenschen das zu verstehen, aber heute bekomme ich deswegen keine grauen Haare mehr. Es macht mir eher das viele Alleinsein und die Schmerzen etwas aus, auch dass diese depressive Episoden so plötzlich beginnen. Von einem Tag auf den anderen. Das ist ein viel größeres Problem für mich. Aber jeder leidet eben anders bei Depressionen und es tut mir sehr leid, dass deine Mutter so darunter gelitten hat.
      Liebe Grüße
      Caro

  • Reply Tina 31. Januar 2019 at 11:09

    Depressionen sind wirklich ganz schlimm. Ich meine eines davon reicht ja schon völlig, MS oder Depressionen, aber beides ist ja echt eine Herausforderung. Umso mehr ziehe ich den Hut vor allen, die lernen damit umzugehen und ihr Leben meistern und wünsche diesen Leuten auch viel Kraft. Dass es mit dir jemanden gibt, der darüber schreibt ist viel Wert, weil andere Betroffene dadurch wissen, dass sie nicht alleine damit sind.

    • Reply frauenpowertrotzms 31. Januar 2019 at 12:58

      Danke Tina. Es sind einige einfach wichtige Themen, für leider so viele betreffen. Eine Krankheit würde mir auch reichen aber leider muss man lernen mit beiden umzugehen. Nicht immer leicht und manchmal so schwer.

  • Reply Britta Roth 30. Januar 2019 at 12:24

    Liebe Caro,
    ein sehr wichtiges und sehr schwieriges Thema: Depressionen bei MS.
    Ich glaube, dass ich auch depressive Phasen habe. Vor allem ,wenn ich meine, aus bestimmten Situationen nicht mehr raus zu kommen, starke Schmerzen habe oder mich unverstnden fühle. Vor allem wenn die Familie Unverständnis zeigt.
    Äußerliche Auslöser sind aber auch graues, kaltes dunkles Wetter, viel Alleinesein und, bei mir, Schmerzen, gegen die anscheinend kein Kraut gewachsen ist.
    Ich gehe raus, ich setze mich in den Rollstuhl und genieße die Natur, ja.
    Ich esse ausgewogen und trinke genug Wasser für zwei Menschen ;)!
    Trotzdem falle ich manchmal in ein Loch. GAnz unten war ich schon, als ich meinen ersten Amnn verlor. da will ich nimmer hin. Was mir am schwersten fällt ist das Aufstehen nachdem ich gefallen bin.
    Wenn ich aber wieder stehe, dann geht es mir wieder gut.
    MEdikamente nehme ich keine gegen die Depressionen. Ein Teil meiner Schmerzmedis hat die positive Nebenwirkung die Psyche positiv zu beeinflussen, das reicht. Undm ir hilft der Austausch in den sozialen Medien. Der Austausch mit so tollen Menschen wie dir!
    liebe Grüße Britta

    • Reply frauenpowertrotzms 30. Januar 2019 at 18:26

      Liebe Britta,
      du beschreibst das alles, als wäre es mein Leben. Sie ähneln sich auch. Mein geschiedener Mann ist ja auch schon lange verstorben. Leider habe ich niemanden gefunden. Depris sind schlimmer als die MS. Zumindest für mich. Nehme ein Antidepressiva gegen Schmerzen. Hilft mir wie bei dir einigermaßen der Seele. Doch besonders am Wochenende fühle ich mich so mutterseelenallein. Da hilft nix. Hoffen auf Montag.
      Freue mich so sehr dich kennenzulernen ❤️
      Ganz liebe Grüße und eine liebe Umarmung, deine Caro

  • Reply EARLYHAVER 30. Januar 2019 at 11:48

    Also ich gehe mit allen beeinträchtigten Menschen ohne jegliche Vorurteile genauso um, wie mit gesunden. Ich lache mit denen, mache Scherze, unternehme die selben Dinge und hab mich noch nie darum geschert, was jemand anderes davon hält. Ich nehme diese Menschen einfach ernst und ich habe bisher immer die Erfahrung gemacht, dass die betroffenen Personen genau das wollen. So vergessen sie auch ihre negativen Gefühle und lachen. Und Lachen ist die beste Medizin, es entstehen positive Gefühle, die alles Andere viel leichter machen. Einen schönen Tag und liebe grüße!

    • Reply frauenpowertrotzms 30. Januar 2019 at 13:43

      Selten dass jemand so mit dem Thema und den Brtroffenen umgeht. Finde ich klasse und bin froh dass es solche Menschen noch gibt. Ich denke dein Kommentar macht vielen auch Mut. Danke!

      • Reply EARLYHAVER 31. Januar 2019 at 15:54

        Liegt wohl einfach in meiner Natur, ich bin halt so 🙂 Hinzu kommt, dass meine Mama von einer anderen schweren beeinträchtigenden Krankheit betroffen ist..na oder von zweien: Parkinson und Dystonie. Sie hat schon soviel hinter sich, sogar einen eingepflanzten Hirnschrittmacher, aber sie macht das Beste draus. Sie will selbst, dass man ganz normal mit ihr umgeht. Sie will kein Bedauern oder Mitleid, wozu auch? Man muss das Leben dann so nehmen wie es ist, man kann es nicht ändern, man muss es anerkennen und wenn man das schafft, kann man auch wieder positive Energie produzieren, die dann wiederrum nach außen wirkt. Es kann uns alle jederzeit treffen. Ich genieße mein Leben sehr, bin mir aber immer bewusst, dass es auch anders sein kann und sterben werde ich auch irgendwann sowieso. Ich sage mir immer, scheiß auf all das, was dir der Kapitalismus verkaufen will und mach das, worauf du Lust hast und wann du Lust hast, vielleicht sieht man sogar Vorteile in irgendeiner Hinsicht gegenüber der arbeitenden Bevölkerung die jeden Tag wie Sklaven zu ihren Chefs traben 🙂 Wir leben in einem Land, wo man froh sein kann, dass man medizinische Hilfe in Anspruch nehmen kann. Wo gibts das alles schon sonst? Ich genieße alles und mache das, was mir Spaß macht. Ich liebe die Lethargie, das Fotografieren, das Zocken in World of Warcraft, das Essen, Musik hören, eine Wohnung, mein Umfeld, die Leute, das social Networken. Kurzum, das Glas kann halb voll oder halb leer sein, das ist das Einzige auf was es bei jedem selbst ankommt..wie er das Glas aus seiner Perspektive sieht. Viele Grüße!

        • Reply frauenpowertrotzms 31. Januar 2019 at 18:40

          Hier ist nichts mehr groß hinzufügen. Ich genieße mein Leben trotz MS, denn durch mein Rentendasein kann ich das machen, was ich sonst nie hätte tun können: schreiben und mich mit Menschen austauchen-man lebt nur einmal!

  • Reply Kerstin Kubon 30. Januar 2019 at 10:44

    Liebe Caro, ich kenne die Symptome nur zu gut und erkenne mich in diesem sehr gut geschriebenen Artikel wieder. Es zieht mich oft runter, wenn Aussenstehende Dinge, die man versucht zu erklären verharmlosen. Ich habe deshalb nur ganz wenige, ich denke „richtige Personen“, mit denen ich darüber spreche. Das hilft zumindest mir. Einen „nicht grauen“ Tag für dich, fühl dich gedrückt

    • Reply frauenpowertrotzms 30. Januar 2019 at 13:46

      Liebe Kerstin,
      zum Glück habe ich auch ein paar wenige Menschen mit denen ich darüber reden kann oder mich auch mal mitnehmen. Ansonsten suche ich mir meine Nischen. Ein Partner an der Seite, das wäre echt schön. Mal fallenlassen und sich austauschen. Denke auch über die Ferne möglich. Sehe ich gerade bei einer Freundin. Na ja, leider mir selbst verbaut. Ich freue mich so sehr dich bald kennenzulernen.
      Liebe Grüße Caro

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