Multiple Sklerose

Die MS ist manchmal wie ein U-Boot … meine Ideen dazu!

6. Januar 2019
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Die Geschichte vom U-Boot

Die MS ist manchmal wie ein U-Boot … sinkbar, unberechenbar, verwinkelt, klein innen-von außen so mächtig, unansehnlich, fürs Leben gebaut/man wird sie nicht mehr los (unheilbar), voller Kabel, Kajüten für jeden Mann/Frau, schwimmtauglich und doch kann man ertrinken … wenn jemand noch etwas einfällt, dann unterm Beitrag ins Kommentarfeld schreiben!

Nachts entstehen die besten Ideen, die verrücktesten Einfälle und Geistesblitze. So auch das Thema zum heutigen Blogbeitrag. Da ich kein U-Boot ausfindig machen konnte, musste die Quietscheente herhalten.

Was ist ein U-Boot?

Ein U-Boot ist ein Unterseeboot, das für die Unterwasserfahrt gebaut wurde. Schon immer war der Wunsch der Menschen groß, tiefer zu tauchen als es die Lungenkapazität zulässt. Bereits in der Antike versuche man Tauchinstrumente zu entwickeln und Alexander der Große versuchte es mit einer Tauchglocke. Erste detaillierte Beschreibungen eines Unterseebootes für militärische Zwecke werden im 7./8. Jahrhundert beschrieben. Ein gewisser Guido da Vigevano entwarf eine Zeichnung zu einem U-Boot. Ob er Erfolg hatte, konnte ich nicht herausfinden. Technische Entwicklungen eines U-Boots begannen im 15. Jahrhundert. Erste Tauchanzüge entwarf 1405 der Kriegsbaumeister Konrad Kyeser, auch Valturio 1472 und später zeichnete Leonardo da Vinci ein Ein-Mann-Tauchboot. So zog sich die Erfindung des U-Boots bzw. der Bau und Einsatz über die Jahrhunderte der Geschichte, bis 1865 der Deutsch-US-Amerikaner Jukius Kröhl in New York das erste funktionsfähige Unterseeboot herstellte, das aus eigener Kraft wieder auftauchen konnte. Mehrere Länder entwickelt immer bessere Wasserfahrzeuge, die später auch im ersten und zweiten Weltkrieg eingesetzt wurden. Aber zurück zu unser MS …

 

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Wie verhält sich nun die MS? Wie ein Unterseeboot?

Was die Krankheit Multiple Sklerose, kurz MS, bedeutet könnt ihr hier nachlesen. Doch heute möchte ich sie mal von einer anderen Seite beleuchten. Nichts für zarte Gemüter, doch warum sollte man sie nicht einmal auf die Schippe nehmen!? Warum ich sie mit einem U-Boot vergleiche, könnt ihr gleich lesen.

  1. Die Multiple Sklerose ist eine fiese Krankheit. Punkt. Unberechenbar, denn jeder Verlauf der 1000 Gesichter dieser Erkrankung verläuft anders. Jedes Boot birgt die Gefahr in sich, dass Fehler beim Bau passieren, die fatale Folgen haben. Es sinkt. So ähnlich, aber sinnbildlich zu verstehen, verhält sich die Erkrankung bei uns MSler. Manch einer von uns wird in die Tiefe gerissen, sei es nach der Diagnose, weil sein Leben auf den Kopf gestellt ist. Oder der Verlauf führt uns auf eine Achterbahn aus Schüben, Verschlechterungen und Remissionen. Die Nerven zu behalten, nicht immer einfach. Man kann mit der MS in tiefe Gewässern sinken. Erbärmlich ertrinken wie die vielen U-Boote in den Kriegen und der letzten Jahrhunderte während der Entwicklung und vielen Tauchversuchen beweisen.
  2. Die gekappten Reizweiterleitungen können zu einem Kabelsalat führen, genau wie die Technik an Bord eines Unterwasserschiffs. Entsteht ein Kurzschluss, funktioniert erstmals nichts. Die Kabel müssen repariert werden, ob mit einer Basistherapie oder Kortison. Beim U-Boot eben dann mit einem Techniker, der mit einem Laptop Metadaten ausliest. Das Endergebnis ist das gleiche – das Boot sowie unser Nervensystem müssen wieder flott gemacht werden.
  3. Von außen wirkt ein U-Boot mächtig, majestätisch. Man sieht ihm nicht an, dass es sinken könnte. Auch uns MS-Betroffene sieht man die Krankheit nicht an. Die meisten, wenn sie nicht gerade auf ein Hilfsmittel angewiesen sind, wo die MS sichtbar wird, sehen aus wie das blühende Leben. Dieses Vergleiche kennt ihr ja alle! „Du siehst wie das blühende Leben aus, gar nicht krank.“ Darüber habe ich mich im Artikel „Warum ich manche Kommentare nicht mehr hören kann.“ ausgelassen.
  4. Ein U-Boot muss rentabel sein, wirtschaftlich vertretbar und möglichst Jahrzehnte einsatzfähig sein. Die MS ist unheilbar, begleitet den Betroffenen bis ans Ende seiner Tage und erschwert den Alltag früher oder später. Der Körper eines Erkrankten  kostet dem Gesundheitssystem viel Geld, rentabel und einsatzfähig steht nun auf einem anderen Blatt. Zum Glück sind wir keine U-Boote, die verschrottet werden können.
  5. Unser Nervensystem besteht aus einer Strecke von ca. 780.000 km Nervenfasern – unvorstellbar! Aus diesem Grund kann es soviel leisten und unser Gehirn stellt die Schaltzentrale dar, die alle ein- und ausgehenden Informationen sammelt, bewertet und weiterverarbeitet. Die Nervenfasern vergleiche ich hier mit der Anzahl von unfassbar vielen Kabeln in einem U-Boot. Auch hier ist das „Leck“ nicht so schnell zu finden und kann irreparable zerstört sein.

 

Das Ende von der Geschichte …

sorge gut für dich, akzeptiere deine MS – auch wenn es eine zeit lang sicher dauert, informiere dich über Alternativen zu den Basis- und Eskalationstherapien – denn nicht immer muss man mit Spatzen auf Kanonen schießen, mancher Schub kann ausgesetzt werden statt Unmengen Kortison in dich reinzupumpen, stelle deine Ernährung um, kannst du noch Sport betreiben – tue es unbedingt, oder suche auch hier nach Alternativen beispielsweise Feldenkrais, gehe regelmäßig an die frische Luft, „streichle“ deine Seele – tue etwas, was dir gut tut und so oft als möglich, umgebe dich mit den „richtigen“ Menschen … wenn du nur einen Teil zu Beginn der Diagnose umsetztest, später vielleicht sogar alle Dinge, dann bist du „unsinkbar“, gewappnet gegen Störanfälle und kannst dein Leben sicher besser genießen, als am Boden zu liegen. Denn aufstehen und das Krönchen richten, fällt dir von Mal zu Mal schwerer und nicht jeder hat die Kraft dazu. Aber DU schaffst das! Da bin ich mir ganz sicher und wünsche es dir so sehr!

Herzlichst

Eure 

MS-Blog frauenpowertrotzms

 

 

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16 Comments

  • Reply FineSkill 9. März 2019 at 09:16

    Ich finde den Vergleich ganz interessant und vor allem sehr anschaulich. Ich mag deinen Schreibstil gerne.

  • Reply Nobby 10. Januar 2019 at 07:48

    Liebe Caro!
    Da bin ich jetzt aber froh, dass ich nicht verschrottet wurde, obwohl ich so viel gekostet habe und noch koste. Wirtschaftlich vertretbar und jahrzehntelang einsatzfähig war ich, ja! Bis einige Menschen der Ansicht waren, mich gedanklich und im richtigen Leben „entsorgen“ zu müssen. Heute bin ich sogar dankbar dafür, weil ich sonst nie so viele neue wertvolle Menschen kennengelernt habe. Das „restliche menschliche Umfeld“ mit seiner ganzen Ignoranz, Oberflächlichkeit und Respektlosigkeit habe ich im Laufe der letzten Jahre „entsorgt“ und habe dadurch mehr Lebensfreude mit wesentlich weniger Rechtfertigung!

    Auch wenn man es mir mittlerweile ansieht und mich wie ein angeschossenes U-Boot fortbewege, sehe ich für manch Fremden auch noch zu gesund aus, um mittlerweile als Rentner seine vielfältigen Bewegungsaktivitäten auszuführen…aber wem erzähl ich das…

    Aber egal, mit der Zeit gibt „man“ nicht jedem „Futter“, indem zu viel erzählt wird…(mit den Jahren erkennt man schnell, wann es gut ist, zu schweigen)

    Interessant wie umfangreich unser „Kabelnetz“ ist, hätte ich nicht vermutet 😉 .

    Lieben Dank für diesen Beitrag, der uns Mut gibt, immer wieder aufzutauchen !
    Norbert

    • Reply frauenpowertrotzms 10. Januar 2019 at 13:30

      Lieber Norbert,
      deine Kommentare machen auch mir Mut. Man ist nicht alleine mit seinen Gedanken und Handeln.
      Heute muss ich niemandem mehr was beweisen und Energiefresser sind fast alle entsorgt.
      Du machst es richtig. 100% dein Weg ist für mich nachvollziehbar und fühlt sich richtig an.
      Ganz liebe Grüße Caro

  • Reply Nadine 7. Januar 2019 at 07:44

    Finde den Vergleich mit dem u-Boot auch sehr interessant und dein Text absolut treffend!!!

    • Reply frauenpowertrotzms 7. Januar 2019 at 09:21

      Danke liebe Nadine. Die MS taucht unter, wie es ihr gerade passt. Und auf, wenn man nicht vorbereitet ist.

  • Reply Gaby 6. Januar 2019 at 21:20

    Liebe Caro auch ich finde deinen Vergleich vom Uboot interessant und gut getroffen. Man muss bei der Erkrankung MS schauen ,dass man nicht untergeht. Wenn man nicht mehr belastbar ist und nicht mehr mithalten kann, z.b. im Beruf. Ungern gibt man auf! Kommt sich vor als gebe man das Steuer aus der Hand. Braucht sehr viel Mut und Kraft den Weg zu gehen. Muss das Beste daraus machen und wie du immer sagst positiv denken. LG Gaby
    💖
    Schön dass es Dich gibt !

    • Reply frauenpowertrotzms 6. Januar 2019 at 21:46

      Liebe Gaby,
      es tut mir echt leid, da ich aus eigener Erfahrung weiß, wenn man nicht mehr arbeiten gehen kann. Zurück in den Beruf, den man so sehr liebt. Es werden aber neue Aufgaben kommen, an die man jetzt nicht denkt. >Ich wünsche dir Mut und Kraft, auch Gottes Segen. Ich bin für dich da <3
      Liebe Grüße
      Caro

  • Reply Kerstin Kubon 6. Januar 2019 at 18:41

    Liebe Caro, das hast du wieder sehr passend geschrieben. Am Anfang habe ich gedacht viel hilft viel. Heute nach 2 Jahren bin ich schlauer, höre auf meinen Körper, mache Yoga, treibe Sport und zwar so wie es geht, nicht immer gleiches Pensum, aber immer soviel wie eben geht.

    • Reply frauenpowertrotzms 6. Januar 2019 at 19:26

      Hallo Kerstin,
      ich bewundere dich, denn du hörst wirklich auf dich, dein Seelenleben pflegst du und bei der Ernährung setzt du auch viel um. Freue mich schon auf die echte Kerstin 😉 wie sie spricht und lacht 😀
      Liebe Grüße
      Caro

  • Reply Axel Manns 6. Januar 2019 at 18:35

    Die MS zu bewältigen ist ein full Time job. Zwischen persönlichem Training und Krankengymnastik bleibt wenig Zeit. Zumal, wenn man noch Vollzeit erwerbstätig ist. Aber das ist ein Baustein, sich nicht auf zu geben, dass die Symptome schlimmer werden. Auch gute Erlebnisse helfen. Ein Ausflug, ein Konzert, Hilfsmittel, die den Wirkungskreis erweitern. Und alles für eine Krankheit, die man nicht richtig fassen kann, die aber so viel zerstört oder zerstören kann. Nicht schön, aber so ist es.

    • Reply frauenpowertrotzms 6. Januar 2019 at 19:24

      Hast recht wenn man noch voll arbeiten geht. Aber du machst doch echt viel und anscheinend bist du auch zufrieden!? Leider zerstört sich manchmal echt viel, macht Beziehungen kaputt oder kickt einem aus dem Beruf.

      • Reply Axel Manns 6. Januar 2019 at 20:47

        Naja, was heisst schon zufrieden. Gesund wäre besser. Aber ich habe die MS angenommen und versuche das beste aus der Situation zu machen. Das habe ich mir von meinen Katzen abgesehen. Die verzweifeln auch nicht an einem Gebrechen, sondern machen so weiter als wenn nix wäre, so weit es die Einschränkung zulässt.

        • Reply frauenpowertrotzms 6. Januar 2019 at 21:44

          Das meinte ich, sorry, du hast die MS angenommen (klar notgedrungen) aber das sollten wir, nur dadurch erlangen wir in vielen Bereichen wieder Lebensqualität. Auch wenn es echt Tage gibt, da möchte man den Kopf in den Sand stecken.

  • Reply Britta Roth 6. Januar 2019 at 17:08

    Liebe Caro,
    der Vergleich der MS mit deinem U-Boot gefällt mir. passt auf jeden Fall gut!
    Ich denke, dass man den Begriff heimtückisch und hinterhältig nicht außer Acht lassen sollte. Das sind Beide auch, sowohl das U-Boot als auch die MS.
    Trotzdem versuche ich mich nicht unterzukriegen, was manchmal mehr manchmal weniger gut gelingt.
    Ich wünsche dir einen schönen Sonntagabend, lg BRitta

    • Reply frauenpowertrotzms 6. Januar 2019 at 19:21

      Liebe Britta,
      ein guter Vergleich, heimtückisch und hinterhältig. Leider oft, aber wir machen doch das Beste daraus, mal mehr, mal weniger. Und das wünsche ich dir sehr!
      Schönen Abend und liebe Grüße
      Caro

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